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Dienstag, 1. September 2009

[Mensch, Gregor! So doch nicht!]

3 Tage Berlin standen wieder einmal auf meiner Agenda. Sich inkognito von KV-Funktionären beschimpfen lassen und der Besuch des 1. Deutschen Kassenärztetages. Super Veranstaltung mit durchaus so was ähnlichem wie Unterhaltungswert. Warum sich die KBV nun schon den Segen der evangelischen Kirche in Gestalt von Bischof Huber holen musste hat sich mir zwar nicht erschlossen, aber Gregor Gysi hat auf der Bühne schon einen gewissen Unterhaltungswert. Oder was ist davon zu halten, wenn ein Fraktionsvorsitzender sich im Kreise von gesundheitspolitischen Sprechern outet, von Gesundheitspolitik keine Ahnung zu haben ("Unsere gesundheitspolitischen Experten haben keine Zeit, die machen Wahlkampf." Ach was!). Aber man habe ihm ja einen Zettel zugesteckt. Sprachs und holte ihn aus dem Sakko - und las die Meinung vor, die er zu vertreten habe. Leider hat man gemerkt, dass er wirklich nicht wusste, wovon er sprach, aber er verschwand zeitig von der Bühne, so dass es ihm leider auch niemand der Anwesenden erklären konnte. Nun denn. Immerhin konnten ein Kollege der schreibenden Zunft und ich im Stillen titeln "KBV applaudiert SED" - und allein dabei hatten wir unseren Spaß. Auch wenn das so nie zu lesen sein wird.

Ansonsten war zumindest der Dienstag im weiteren Verlauf eher suboptimal- 33 Grad in der Hauptstadt, ein netter Anruf unseres Reisebüros "Ich hoffe, Sie haben eine Jacke mit?! In Köln sind es nur 18 Grad." Ja, hatte ich mit, der Tag endete allerdings trotzdem so durchwachsen wie das Wetter. Wenn man nach zwei Tagen voller anstrengender Termine einfach nur nach hause möchte, ist es nicht ganz so toll, wenn man schon am Flughafen 30 Minuten Verspätung hat um dann noch mal weitere 20 Minuten in der Maschine zu hocken. Einer DSDS-Tralala-Hupfdohle beim Telefonieren mit dem pinken Handy (biss sich farblich mit dem neongrünen Koffer) zuhören muss ("Ich bin jetzt im Flugzeug." Ja, ich auch.). Kaum im kalten und nassen Köln gelandet, war dann auch noch der "Finger" (Fluggastbrücke im Laiendeutsch) kaputt und es mussten erstmal Gangways angefordert werden. Dann in den Bus und gefühlte 20 Meter gefahren. Dann Gehupe, ein Auto verhindert die Weiterfahrt. 10 Minuten. Auto fährt weg und wir fahren noch....2 Meter. Nicht gefühlt, ganz in echt. Aaaargh! Immerhin kam der Koffer dann schnell, nur der Parkhausautomat spuckt keine Quittung aus. Was kann noch schief gehen?! Also mit einem unfreundlichen gelangweilten Parkhauswächter diskutieren (wer behauptet eigentlich immer wieder Kölner wären nett und Berliner unfreundlich?!?). "Wie viel haben Sie bezahlt?" "58 Euro" "Nicht 59?" "Neheiiiin!!" Ich erinnerte mich plötzlich sehr genau an Michael Douglas in "Falling Down". Und ich hatte Verständnis. Statt 20h war es irgendwann 22.30h als ich endlich die heimische Tür aufschließen konnte. Nein, es gibt so Tage, die sind schon gebraucht, wenn man sie bekommt. Aber Berlin an sich war wie immer toll, ich war mit Sandra und Caren schlemmen, lästern und lachen und überlege wieder intensiver, umzusiedeln. Naja, keine 17 Tage und ich bin wieder da. Zwar auch zum Arbeiten, aber dann immerhin im Lieblingshotel.

Sonntag, 2. August 2009

[Vater-Tochter-Wochenende in Dresden]






Ein wahrlich traumhaft schönes Vater-Tochter-Wochenende! Zwinger + Frauenkirche + Kalorienbomben bei Gräfin Cosel + ein echt netter Johnny Trash, bei dem ich sicher nicht das letzte Bild gekauft habe + großartige Ausstellungen im Hygienemuseum + Märchen im nächtlichen Yenidze + sächsische Kartoffelsuppe im Pulverturm + zu viele Touristen benehmen sich dem besuchten Ort leider selten angemessen = Dresden ist eine der schönsten Städte, die ich kenne. Ich komme wieder!
Dennoch ein kleiner Aufruf an den Flugkapitän der Germanwings: Auch wenn Ehrlichkeit ne prima Sache ist, man sollte den Willkommensgruß nicht damit beginnen, dass die Verspätung einem Durchstarten wegen schlechter Windverhältnisse geschuldet ist, dass das Ausfahren des Fahrwerkes in der Luft dem kühlen einer völlig überhitzten Bremse diene und man mal eben die Flughöhe verlassen hatte. Das sollte man wirklich nicht tun - zumindest nicht, wenn ich an Bord bin. Dankeschön.
Leider endete das Wochenende doch sehr traurig.
Liebe "Prinzessin" Leya, ich hoffe, es geht Dir jetzt im Hundehimmel gut. Du wirst sehr, sehr vermisst und bist viel beweint.

Donnerstag, 30. Juli 2009

[Mittelmeer. 18.07.2009
Palma oder wir wollten doch bleiben]




Texte folgen noch. So viel zu bloggen, so wenig Zeit.

[Mittelmeer. 17.07.2009
Zuckerbäckerarchitektur, eine Enttäuschung und die Lehre von der Pünktlichkeit]




[Mittelmeer. 16.07.2009.
Weder Marseille noch die Navettes konnten überzeugen]


[Mittelmeer. 15.07.2009 2. Seetag]

Entspannt. Sonnen an Deck. Cap Corse. Stippvisite bei ner Kunstauktion. Leckerster Kaffee. Aber die Delfine haben wir wieder nicht gesehen.

[Mittelmeer. 14.07.2009
Rom bei 40 Grad & ein abgelehntes Angebot]

Wir hatten uns gegen meine Recherche entschieden und die Reise nach Rom dann doch lieber mit einem geführten Ausflug angetreten. Komfortabel, aber trotz der beiden enthaltenen Führungen durch Petersdom und Engelsburg reichlich überteuert. Wenigstens den Rest der Stadt wollten wir uns selbst erlaufen. Im Schweiße unseres Angesichts. Und des vieler anderer Touristen, schließlich waren es 40 Grad in der Ewigen Stadt. Aber wir waren tapfer. Gestärkt und gekühlt durch Bruschetta und Granita di Limone gings von der Piazza Navona zum Pantheon, dem wie ich finde schönsten Ort der Stadt. Auf dem Weg dahin (ca. 150m entfernt) fragten wir einen Polizisten, der aber - unterbrochen beim Flirt via Handy - allen Ernstes erklärte, er wisse nicht wo das Pantheon sei. Stronzo! Ich war wieder wie gefangen als wir es erreicht hatten, aber dennoch bleibt meine letzte Begegnung dort mit einem alten Herrn bei meinem letzten Rom-Besuch unvergesslich und unübertroffen. Er erklärte mir damals, selbst ganz ergriffen, dass er diesen Ort sehr oft aufsuche und bei Regen sähe es dort drin aus als wenn der Himmel silberne Tränen weine.
Von dort ging es dann - natürlich - zur Fontana di Trevi und wenn wir wirklich daran geglaubt hätten, dass Wünsche dort in Erfüllung gehen, hätten wir wohl unsere Geldbeutel hineingekippt statt nur 3 Münzen und Wünsche dort zu lassen. Nach einem hervorragenden Eis mit gefühlten 10000 Kalorien ging es weiter Richtung "Schreibmaschine", Forum Romanum und dem Colosseum. Inzwischen waren wir wirklich fertig von der Hitze und liefen wie alle anderen ungerührt durch den Strahl von Rasensprengern. Puh. Ich glaube das Wasser verdampfte sofort auf uns. Wir gönnten uns schließlich ein Taxi zurück zum Bahnhof nahe St. Peter und Sandra hatte schnell in fließendem Italienisch einen Preis mit dem Taxifahrer ausgehandelt. Er plauderte sie prompt während der ganzen Fahrt zu und bot ihr schlußendlich gar einen Preisnachlass an, es sei so nett gewesen. Sandra war aber so verdutzt, dass sie das Angebot nicht angenommen hat - und dabei hätte es ihn bestimmt glücklich gemacht ihr so einen Gefallen zu tun. Die Rückfahrt im gut klimatisierten Roma Express habe ich dann auch prompt komplett verschlafen, der Tag war zwar wundervoll gewesen, aber doch sehr anstrengend. Ich hätte der Fontana die Trevi vielleicht sagen sollen, dass ich mir zwar eine Rückkehr in die wundervolle Stadt wünsche, aber doch bitte nur bei niedrigeren Temperaturen. Mist, das hab ich vergessen...

Mittwoch, 29. Juli 2009

[Mittelmeer. 13.07.2009
Ein Geschenk, verlorene Blümchen und ein Schläfchen mitten auf der Verkehrsinsel]

Früh morgens erreichten wir Neapel. Es hieß früh frühstücken, denn bereits vor 9 Uhr ging es los in Richtung Pompeji. Dort hatten wir, während Cesare, unser Klischeeitaliener, der uns durch die Anlage führen sollte, die Karten besorgte, etwas Zeit uns bei den Souvenirständen umzusehen. Eine alte Italienerin, mit nur noch einer Handvoll Zähne im Mund und einem wunderbar faltigen Gesicht hatte es auf mich abgesehen. In radebrechendem Englisch versuchte sie mich zu beschwatzen. Ob ich aus den USA käme, dort hätte sie eine Freundin. Nee. Aus Germania? Ja. Da hätte ihr Bruder lange gelebt, bei Frankfurt. Aha. Ich gebe zu, im ersten Moment war ich extrem genervt, wollte ich weder eine Lavakette noch sonstigen Kitsch erwerben. Dann aber nahm sie meine Hand und zog mich zum Ständer mit den Postkarten. Ein prüfender Blick und schon hatte sie gefunden, was sie suchte. Eine Karte mit verschiedenen Motiven von Pompeji. Ihre knochigen Finger zeigten auf die Marienabbildung in der Mitte. Das sei Maria und die Karte wolle sie mir schenken, das würde mir Glück bringen. "Because you are so beautiful." Mein Dank war sehr herzlich und sehr ehrlich.
Die Anlage war sehr beeindruckend, aber die bereits jetzt - lange vor Mittag- sengende Hitze trübte das Vergnügen ein wenig. Cesare scheuchte uns. "Meine Blümchen, immer in den Schatten!" Is klar, das machten wir schon intuitiv. Wir haben viel gesehen, allein zwei Mosaike kannte ich noch aus meinem Lateinbuch. Besonders schön war die Villa des Faun und alle wollten ausgiebig fotografieren. Das hat Cesare aber irgendwie nicht in seiner Planung vorgesehen und kaum hatten wir uns versehen, war unser Cesare mit den meisten seiner Blümchen im Labyrinth der alten Gassen verschwunden. Eine gute Handvoll, Sandra und ich mittendrin, war ratlos. Weg war er. Da hatte er doch einfach ein paar Blümchen, so nannte er uns immer, vergessen. Na gut, hier finden wir auch alleine und ohne Plan raus. Haben wir auch. Aber das Freudenhaus und die Mysterienvilla blieben so von mir unentdeckt (ob die anderen das noch gesehen haben in den verbleibenden 20 Minuten weiß ich nicht). Wir haben es jedenfalls zeitig zum vereinbarten Treffpunkt geschafft, verschwitzt gönnten wir uns noch ein leckeres Eis. Das können Italiener wirklich! Mmmh. Als wir wieder heil an Bord waren (jaja, brav Hände desinfiziert!) waren wir wirklich platt obwohl es erst früher Nachmittag war. Sandra döste auf dem Bett, ich zog die Hängematte auf unserem Balkon vor, um kurz zuhause anzurufen. Und ich schlief ein, umgeben von unglaublichem Gehupe, war unser Liegeplatz doch offensichtlich auch ein Knotenpunkt der örtlichen Straßen. Und so schlief ich quasi wie mitten auf der Verkehrsinsel, begleitet von leichtem Schaukeln unserer Hängematte. Herrlich. Das ist Urlaub!
Pünktlich zum Ablegen um 20 Uhr fanden sich alle wieder auf ihren Balkonen und oben an Deck ein, um begleitet von Enyas "Orinoco Flow" dem Ablegemanöver zu folgen. Den jungen Herren, die uns losmachten, haben Sandra und ich gut gelaunt gewunken - und wenn wir vergessen hätten, dass wir in Italien waren, wir wären nun daran erinnert. So herzlich haben sie uns Kußhände zugeworfen.
Vorbei am Vesuv und Capri im Abendlicht ging es weiter- Richtung Rom.

Spruch des Tages 1: (nachdem der Fotograf am Ende der Gangway ein Foto von Sandra und mir gemacht hatte und auf dem Display kontrollierte) "Danke, passt!" (Na, so bildfüllend sind wir ja auch nun nicht.)

Spruch des Tages 2: "Bitte beeilen Sie sich mit dem Fotografieren. hinter uns kommt eine GruppeJapaner - die müssen heute noch ganz Italien schaffen." (Cesare)

Mittelmeer. 12.07.2009
591nm nach Neapel.

Seetag. Ich wurde gegen 6 Uhr morgens schon wach. Noch etwas müde, aber als mir einfiel, dass um 6.33 Uhr Sonnenaufgang sein sollte, beschloss ich unseren Balkon zu entern und die unglaubliche Ruhe und Weite des Meeres bis dahin zu genießen. Es war ein ganz besonderer, wenn nicht der schönste Moment der Reise, als ganz langsam die Sonne am Horizont aufging.
Nach dem Frühstück gings zur Seenotrettungsübung. Spaßvögel gibts immer (muss aber nicht sein, im Ernstfall sind das die ersten die Panik schieben), dumme Menschen leider auch. So ist es schon schwer, sich an der richtigen Sammelstation zu melden (der richtige Buchstabe prangt in großen Lettern auf der Schwimmweste), für manche ist es gar unmöglich überhaupt der mehrfachen Aufforderung nachzukommen. Diese Nasen wurden dann noch mal einzeln mit Kabinennummer aufgerufen und dem netten Hinweis unseres Kapitäns "2368 Mitreisende warten auf Sie!" Später strahlender Sonnenschein. Knallvolles Pooldeck mit Disco-Beschallung. Och nö. Also haben wir uns einen Tag in der Wellness-Oase gegönnt. Ich in der Hängematte, Sandra auf dem beheizten Wasserbett. Ein Jakuzzi, der nicht drohte, wegen Überfüllung geschlossen zu werden. Entspannung pur. Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Außer, dass wir abends bei der Offiziers-Vorstellung feststellen durften, dass wir einen unglaublich sympathischen- und gut aussehenden - Kapitän mit viel Humor hatten, es sogar einen Mitreisenden aus Nepal gab und 2 Menschen sogar bei null Seegang seekrank wurden.


Song des Tages: "Nimm Dich in acht vor blonden Frau'n"
Wenn eine Frau dich verstrickt ins Liebesspiel,
Prüfe zuerst ihren ganzen Sexappeal.
Sieh dir ihr Haar erst auf seine Farbe an,
Weil man daraus den Charakter deuten kann.
Dunkle Frauen sind ja gewöhnlich sanft wie der Mond,
Schwerer durchschauen wirst du die süßen Racker in blond.

Nimm dich in acht vor blonden Frau'n, die haben so etwas Gewisses!
's ist ihnen nicht gleich anzuschau'n, Aber irgend etwas is' es.
Ein kleines Blickgeplänkel sei erlaubt dir;
Doch denke immer: Achtung vor dem Raubtier!
Nimm dich in acht vor blonden Frau'n, sie haben so etwas Gewisses.

Jedermann glaubt, die Blonden sind naiv!
Sei auf der Hut, stille Wasser sind tief!
Mal dir kein Glück mit den blonden Kätzchen aus,
Eh' du's geahnt, kommen schon die Krallen raus!
Und wenn das Blondchen all deine Lieb mit Treue dir lohnt,
Ist sie ganz sicher heimlich geforben wasserstoffblond.



Mittelmeer. 11.07.2009
Heute: Palma, keine Kerzen und die Leichtmatrosen legen ab

Nach einem wirklich phantastischen Frühstück (wer hätte das in dem Hotel erwartet) waren wir gestärkt um ein bisschen Palma unsicher zu machen. Erste Anlaufstelle: die Kathedrale La Seu. Enttäuschung, dass man für eine Kirche 4 Euro Eintritt berappen muss, wir nicht gemeinsam hinein konnten (denn Rucksäcke dürfen nicht mit rein, Schränke oder eine Garderobe gibt es aber auch nicht.) und dann, dass man dort nicht mal ein Kerzchen anmachen konnte. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit der (Amts)Kirche wirklich gar nichts am Hut habe, aber ein Kerzchen für meine Lieben und eine gelungene Reise- das hätte ich schon gerne gemacht. Naja. Ein kleiner Gang durch Palmas Altstadt, ein kurzer Abstecher zu El Corte Ingles (und viele Erinnerungen an Annikas und meine Zeit damals in Madrid, wo wir beinahe täglich diese Kaufhauskette aufsuchten.) und dann zurück. Schnell die Koffer abgeholt und dann mit dem Taxi zum Schiff.
Check In klappte reibungslos und wir haben auch- wie später nach jedem Landausflug - brav und gründlich die Hände desinfiziert. Wegen der Schweinegrippe, erklärte man uns. Können die das auch mal der besch****** Condor erklären? Naja. Schnell haben wir unsere wunderbare Balkonkabine 8270 gefunden. 8. Deck, fast ganz am Heck. Und mit dem Aufzug ganz nahe an den zahlreichen Restaurants - sehr praktisch. Wir haben uns dann entschlossen eine Schiffsführung mitzumachen und das war gut so, kann man sich auf diesem stählernen Koloss wirklich verlaufen. Dann war es schon Zeit zum ersten Mal eines der Büffets zu probieren. Anschließend haben wir noch einen kurzen Moment in die abendliche Show reingeschaut und dann ziemlich ergriffen das Auslaufen an Deck beobachtet. Vorbei am abendlich beleuchteten Palma, der Kathedrale und dann sind wir auch schon ab in unsere trotz ruhigstem Seegang leicht schaukelnde Schlafstatt.

Mittelmeer. 10.07.2009.
Heute: Fremdschämen und verhinderter Kaufrausch

Freitagnachmittag ging es los. Flughafen Köln-Bonn. Mit Condor nach Palma de Mallorca. Fremdschämen für die Besucher des Ballermanns begann aber schon in Köln. Junge Mödchen mit T-Shirts mit der Aufschrift: "Ich werde Bierkönigin. Asozial macht fun." ließen mich schon erste Aggressionen aufkommen.
Ansonsten klappte alles soweit ganz gut, das nahezu vollverspiegelte (sic!) Hotelzimmer hatte zwar schon bessere Zeiten gesehen, aber der Ausblick auf den Yachthafen entlohnte für fast alles. Nachdem wir bereits am Abend beim Bummel durch ein paar kleine Marktstände den ersten Kaufrausch unterdrückt hatten, wollten wir uns mit einem Cocktail belohnen. Und ich wollte nun bei meinem zweiten Besuch auf der Insel nun ins Abaco. Ich wusste, dass die Cocktails horrend teuer sein würden, durch besichtigende Touristen der alte spanische Palast nicht wirklich gemütlich sein würde. Aber ich wollte sie gesehen haben, die üppige Deko aus frischen Blumen und frischem Obst. Fotos darf man da eigentlich nicht machen und ich wollte mich zunächst auch daran halten. Aber ich wäre die einzige gewesen. Also haben auch wir besichtigt, bis ein Plätzchen für uns frei wurde. Ein Blick in die Karte war ernüchternd. Da las man zwar schöne Namen von alkoholischen Getränken, leider konnte man sich aber nichts darunter vorstellen, denn die Ingredienzien blieben unerwähnt. Da ich bekanntermaßen nur süße Cocktails mag, bestellte ich einen First Kiss, in Hoffnung etwas süßes, rotes zu bekommen. Ha! Kaum bestellt, wandten sich zwei junge Mädchen vom Nachbartisch an uns: "Habt Ihr einen First Kiss bestellt?" "Ja." "Der schmeckt total scheiße, willste mal probieren?" Nee, wollte ich nicht, aber er sah sch*** aus, langweilig. Na egal, mein Spanisch reicht niemals aus um dem mürrischen Ober zu erklären, warum ich nun doch nichts mit diesem Kuss zu tun haben wollte. Also musste ich da durch. Sandras Wahl war eindeutig besser, auch wenn ich den Namen vergessen habe. Der First Kiss war einfach nur Hochprozentig, etwas scharf im Abgang. Aber er half. Half zu ignorieren, dass die Märsche, die da aus dem Lautsprecher drangen so unsagbar laut waren, als würde man in der Tuba selber sitzen. Unsere Trommelfelle ächzten und stöhnten. Und wir lachten. Nein, gackerten. Immer lauter und lauter. Bis plötzlich doch - wenn auch ebenso laut - Händels "Halleluja" ertönte. Und es Rosenblätter regnete. Ein Antrag? Wie romantisch! Oder ein Geburtstag? Auch schön. Nein, klärten uns unsere deutschen Tischnachbarinnen auf, die immer noch gemeinsam an ihrem einen First Kiss nippten, das sei hier freitags immer so. Und wir sollten den Kellner um Fächer bitten, die gäbe es nämlich nur auf Nachfrage. Okay. Erst genossen wir den Rosenregen (die Mädels dekorierten auch gleich unseren Tisch mit Blüten, wir sollten doch nicht leer ausgehen.)und dann verfolgten wir den Kellner. So einen Fächer konnten wir schon gut gebrauchen, denn von dem Drink, der mich irgendwie an Wundbenzin erinnerte, wurde mir wirklich warm. Geschmacklich wurde das Ding zwar auch mit zunehmendem Genuss nicht besser, ich habe aber dennoch einen zweiten bestellt. So ein Urlaubsbeginn will doch gefeiert werden und nach 2 Drinks und 32 Euro dafür war ich gut angetrunken und reif für´s Bettchen. Und morgen ging es doch auf See, da muss man vorher ordentlich schlafen. Buenas noches!

Montag, 20. Juli 2009

[Condor sucks!!!]

Bevor ich dazu komme über einen schönen Urlaub im Mittelmeer zu bloggen, muss erstmal die unbändige Wut raus. Gestern morgen, 6 Uhr aufstehen, 7.15 Uhr Taxi zum Flughafen Palma. Geplanter Abflug 9.25 Uhr. Lange Schlangen schon jetzt vor den Check In-Schaltern der Condor. Wir wundern uns noch, weil viele Reisende ihre Koffer öffnen und wild umpacken. Die haben bestimmt das gleiche Problem mit dem Übergepäck wie wir. Denken wir schmunzelnd. Dann geben wir unsere Koffer ab. Yep, etwas zuviel. 8 Euro bitte. Kein Problem. Ach nee, doch nicht, radebricht die Dame in Englisch-Spanisch kulant und zwinkert uns zu. Das ist aber nett, denken wir noch. Sonst spricht die Dame nicht viel. Quasi nichts. Die Koffer bekommen ihren Kleber und wollen die Reise auf dem Band antreten, als uns ein kleiner Zettel auf dem Counter ins Auge fällt. Der Condor-Flug 7727 nach Köln werde anders als geplant um 18 Uhr starten. Sandra, guck bitte schnell mal auf unsere Buchungsbestätigung. BINGO! Nix mit Waschmaschine an und Sofa, nix mit Freunden anlässlich von Sandras Geburtstag Essengehen. Sh**!
Wir sollen uns in anderthalb Stunden hinter dem Counter einfinden, ein Bus werde uns in ein Hotel bringen, wo wir Frühstück und Mittagessen bekämen. Sagt der Zettel. Traurig und missgelaunt traben wir davon. Eine ebenso dreinschauende Dame spricht uns an ob wir auch nach Köln wollten. Ja, wollten wir. So ein Mist. Ja, sagt sie, das sei ganz schlimm, ihr Sohn habe nämlich 40 Grad Fieber. Der Jugendliche lag auf ihrem Schoß und war klatschnass geschwitzt, ihm gings wirklich richtig dreckig. Er tat uns wirklich sehr leid und doch...Malle ist im Moment leider wirklich voller Schweinegrippe, das kann man nicht leugnen, warnten doch auf dem Flughafen überall unzählige Plakate mit Verhaltensregeln. In Spanisch und Französisch allerdings nur, nichts für die schier unzähligen Briten und Deutschen. Gar nichts.
Die Mutter tat mit ihrer doch recht knappen Äußerung leider auch nichts dafür, dass wir beruhigt waren. Kein "Keine Sorge, wir waren schon beim Arzt, das ist ein anderer Infekt" oder so. Nö. Auch der dazugehörige Mann und die zwei anderen kleinen Kinder der Familie tobten schön um den kranken Bruder drumrum. Je länger wir den armen Jungen betrachteten umso schlimmer schien sein Zustand zu werden. Irgendwann wurde es uns zu bunt und Sandra ging zum Condor-Counter um zu fragen, was die denn zum Schutz der anderen Hunderten Passagiere an Bord unternehmen würden. Masken für den Kranken und seine Familie vielleicht? Nix. Gar nix. Sie hätten schließlich keinen medizinischen Dienst und überhaupt, sie wissen nichts davon, dass ein Kranker mitflöge. Ach was! Zwei weitere Familien mit schwer erkrankten Kindern hatten sie doch soeben noch auf die Maschine nach Düsseldorf umgebucht. (Arme Düsseldorfer im Übrigen!)
Na, nun wussten sie es ja, aber keine Reaktion. Flughafenhospital zum Beispiel oder Apotheke? Nur so als Idee für die Unwissenden Mitarbeiter. Wir waren ernsthaft schockiert.
Keine der Damen führte uns übrigens später zu den Bussen (die nicht beschildert waren und die uns in Can Pastilla an einer Straßenecke rauswarfen mit einem Winken "da lang"), informierte irgendwen über das weitere Vorgehen. Wir haben das Hotel dennoch gefunden und auch dort ging im Übrigen das Fremdschämen für den deutschen Mallorca-Besucher an sich weiter. Das Hotel hat sich wirklich über die Maßen bemüht und es wurde nur gemault. Übers (gute)Essen, die Zahl der Toiletten, die Tatsache, dass nur die Getränke beim Essen gratis seien. Sandra und ich waren nur maulig, weil die Tante vom Check-In uns nicht informiert hatte, dass wir noch leichte Kleidung, Badesachen und Sonnencreme aus dem Koffer nehmen sollten. Wir waren somit unter den Wenigen, die in langer Jeans und mit Pullover und festem Schuhwerk bei 40 Grad im Schatten zubrachten, während andere in den Pool sprangen- nur um anschließend weiter zu maulen.
Es hat sich übrigens tatsächlich nichts getan. Wir wurden am Spätnachmittag zum Flughafen gebracht, dort wurde kurzfristig noch mal das Gate gewechselt (alle schön im Entenmarsch wieder quer durch den Airport) und dann noch 40 Minuten im kochend heißen Flieger sitzen gelassen. Selbst der Pilot, der ebenso wie das Bordpersonal aus einem freien Tag geholt worden war, schwitzte sich in seinem Glaskasten kaputt, wie er uns ehrlich mitleidend mitteilte. Die Spanier waren nämlich mit einer Langstreckenmaschine überfordert, konnten den Packplan für den Laderaum nicht verstehen und wussten demnach nicht, wie die Koffer richtig zu packen waren. Zudem hatte man uns ans falsche Gate geschoben, so dass wir keinen Strom für die Klimaanlage bekamen. Selbst der Herr Pilot war echt genervt. Verständlich das.
Ach ja und Atemmasken gab es natürlich weder für den Schwerkranken noch für die anderen zahllosen Hustenden (die sich aber sicherlich beim Ballermanngesaufe in sengender Hitze und dem anschließenden Gebrauch der Klimaanlage nur überschätzt hatten). Nun harren wir alle der Dinge, die da kommen mögen. Ob wir nun alle in den nächsten Tagen Fieber bekommen oder noch mal Glück hatten. Sollte einer von uns krank werden, kann sich die Condor unabhängig von der Außentemperatur echt warm anziehen. Das versicherten uns auch zahlreiche Mitreisende, die ebenfalls auf den Krankheitsfall hingewiesen hatten.
Und ich halte mich in den nächsten Tagen mal weitgehend von meinen Freunden fern. Nicht weil ich Euch nicht mag, meine Lieben, sondern einfach aus Vorsicht. Bis die Tage also!

Ach ja, meine Wohnung habe ich dann letztlich erschöpft um kurz vor 22 Uhr betreten. Und das auch nur, weil Stefan und Ibo so nett waren uns Mädels mit den schweren Koffern nach einer eigentlich wirklich schönen Woche abzuholen und nach hause zu fahren. Danke dafür!!!

Sonntag, 21. Juni 2009

Mein "Kloster" in der Nordsee

Es hätte schief gehen können, das weiß ich. Erster Urlaub ganz alleine, eine Insel ohne Autos und fast ohne Fahrräder, ohne großes Entertainment. Dafür ein lauschiger Ort, unendlich viel Strand, Sonne und eine Riesenportion Wind. Und was soll ich sagen? Die beste Entscheidung seit Jahren. Spiekeroog- definitiv MEINE Insel. Mit ruhigen Momenten, voller Überraschungen. Andere fahren ins Kloster um zur Ruhe zu kommen, ich fahr Richtung Nordsee. Wattenmeer- jetzt Weltnaturerbe. Spiekeroog.

Sie war nicht einfach, meine letzte Woche vor der Abreise. Emotional aufgewühlt, viele Gedanken und Zweifel, viel Stress im Büro (wie das eben so ist, bevor man in den Urlaub fährt- nach über einem Jahr ohne hatte ich das schon fast vergessen).
Ein kurzer Abstecher zur Familie brachte schon ein wenig Beruhigung und es konnte los gehen.
Noch nie bin ich so herzlich empfangen worden wie in der "Alten Liebe". Ein frischer Blumenstrauß und eine ordentliche liebevoll gepacktes Präsent mit Ostfriesentee, Kluntje und Gebäck erwartete mich schon auf dem Zimmer. Und viele Sorgen fielen von mir ab.
Ich mache es kurz: ich bin noch nie so viel gelaufen, ich hatte lange nicht so viel Ruhe um über mich und das große Ganze nachzudenken und zur Ruhe zu kommen, ich war lange nicht so ausgeglichen. Natürlich erwartete ich keine Wunder. Wenn man so lange genau das nicht hatte, ist es fast unmöglich den Stress eines Jahres in nur ein paar wenigen Tagen abzuschütteln, aber der erste, der wichtigste Schritt ist gemacht. Und ich habe mich verliebt. In diese Insel, den Ort, den Strand, die Natur, die Menschen - einfach alles. Und ich komme wieder. So schnell es nur geht.

Freitag, 29. Mai 2009

Uiiih, wie schön!

Der Inselurlaub steht vor der Tür. Heute kamen schon die weltschönsten Reiseunterlagen an. Schade, dass die Deutsche Post die Muschel zu Brösel gestempelt hat...*seufz*...

Dienstag, 26. Mai 2009

[gesucht - gebucht: RUHE. Sonst nix.]

Eine kleine Woche im Juni. Zur Ruhe kommen. Nur ich. Zeit zum Überdenken. Zum Lesen. Zum Spazierengehen und -denken. Zum Durchatmen. Für mich. Genau da:

Und genauso ruhig freue ich mich auch.

edit: Und bin furchtbar gespannt. War erst einmal da. Klassenausflug 6. Klasse. Es goß in Strömen. Aber ich wollte immer mal wieder hin. Jetzt isses soweit...

Montag, 25. Mai 2009

[Zandvoort - back again!]


Text folgt noch, mir fehlt mal wieder die Zeit. Hier schon mal die Bilder.

Dienstag, 27. Januar 2009

Pleasant flight

Frommer Wunsch- funktioniert hat es nicht! Aber von vorne.
Fühle mich zur Zeit ja wirklich etwas geschunden- letzte Woche auf dem Weg nach Berlin überkommt mich überfallartig Schüttelfrost, Fieber, abends dann Übelkeit. Aber was will man machen, wenn der jährliche Neujahrsempfang des Arbeitgebers mit lauter wichtigen Menschen inklusive Ministerin ansteht. Eben. Nix. Den Abend habe ich nur durch einen von Fieber getrübten Blick wahrgenommen, logisch oder?
Am nächsten Tag gab es sehr deutliche Anzeichen, dass es mir wirklich dreckig ging: ich hatte keinen Appetit (ICH!!!), wollte nicht mal rauchen und vor allem konnte ich im Flieger schlafen. Auf dem Rollfeld schon. Das geht sonst nie, weil ich ja immer noch nicht so gerne fliege. Nun denn. Donnerstags noch pflichtbewusst ins Büro geschleppt, Freitag war der Ofen aus und ich konnte nur von zuhause arbeiten. Fieber und Magenkrämpfe hatten mich feste im Griff. Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, kam dann am Wochenende noch ne Erkältung vorbei. Leider musste ich Montag ins Büro- egal wie- Druckfreigabe steht schließlich vor der Tür. Morgens wusste ich noch nicht wie ich stehen sollte, aber mit reichlich Tee und viel Sitzen (mach ich ja eh den ganzen Tag) ging es gegen Abend sogar einigermaßen. Tja und Dienstag stand dann wieder Berlin auf dem Plan. Fliegen mit Erkältung- an sich schon doof. Aber frau ist ja vorbereitet, Taschentücher, Nasentropfen- alles dabei, damit es keine Aua-Ohren gibt. Leider klappte das nur in der Theorie. Beim Hinflug kam ich zwar mit Ohren zu in Tegel an, aber nach einer Weile und immer wieder versuchtem Druckausgleich tat es einmal weh und frei war das Lauscherchen. Konnte ich wenigstens dem Chef gut zuhören!
Allerdings war der Flug ohnehin nicht so richtig schön. Da Pendlermaschine knallvoll und ich wurde von einem etwas übergewichtigen Inder mit Ausdünstungen von Curry und anderen Gewürzen des Orients unwillkürlich immer weiter gegen die Außenwand des Fliegers geschoben. Zudem war der Herr seeeehr müde und kippte röchelnd und schnarchend immer wieder auf meine Seite. Na prima!!! Hab ihm ab und an wie zufällig meine Klatschpresse vom Eingang unter die Nase gehauen, aber es half nur für Millisekunden.
Aber ohnehin noch ein Tipp für Airberlin: einen Song mit dem Titel „Rise & Fall“ vor dem Start zu spielen kann SEHR kontraproduktiv sein! Nur mal so nebenbei!
Rückflug: Hatte ja ein bisschen Bedenken vor dem Rückflug wegen den Öhrchen, aber es nützte ja nix, wollte heim nach Köln. Och nöö, sagt der junge Mann am Schalter mir doch direkt „Nur noch Mittelplätze!“ Warum hatte ich aber auch grade heute vergessen rechtzeitig online einzuchecken?! Naja, wird schon gehen, ist ja nur eine Stunde. Hab ich gedacht. Während ich noch so in der Abflughalle sitze und meine Mitreisenden besehe. Hm, welcher soll denn neben mir sitzen? „Mein rechter, linker Platz ist leer…“ trällerte es innerlich in mir. Man muss schließlich das Beste daraus machen. Nur ein Herr fiel mir ins Auge der es definitiv NICHT sein sollte. Stark adipös um es nett auszudrücken. Sogar der zugegebenermaßen despektierliche Gedanke „Na, seinen Pillermann hat der seit Jahrzehnten nicht gesehen! Die Füße auch nicht“ kam in mir auf. Fies, ne? Naja. Nun ging es ans Einsteigen und ich hielt mich brav wie nur wenige an die Ansage, dass die vorderen Reihen doch bitte zuletzt einsteigen sollten. Und dann kam ich in den Flieger und meine Augen suchten sofort Reihe 9. Und ich blieb beinahe wie angewurzelt stehen: Saß doch genau jener freundlich dreinschauende Mops (ich darf das sagen, bin ja auch kein Reh) auf dem Platz neben mir. Als wäre dieser Hühnertransport nicht schon so eng genug, sah ich vor meinem geistigen Auge meinen ebenfalls ausladenden Hintern auf einem Sitzteil von der Größe einer Briefmarke. Viel Platz konnte da ja nicht sein. War auch nicht. Der Herr bekam einen zweiten Gurt, den Snack musste er ohne Tisch zu sich nehmen, da der Bauch bis zum Sitz der Vorderreihe reichte. Und ich hab schön ne Stunde dagesessen mit vor der Brust verschränkten Armen- wo sollten sie auch hin? Lesen war so nicht nur anstrengend, sah auch sch*** aus, so mit grade vorgehaltenem Lesestoff. Dann ging es endlich an die Landung. Nase wieder brav freigepustet und schön immer den Druckausgleich versucht. Als das nicht mehr half schön den Mund auf. Na, das komplettierte das dämliche Bild!
Aber der langsame „Abstieg“ ging wieder auf die Ohren. Kaum gelandet wieder das Gepuste versucht…und jetzt hab ich auch nach über drei Stunden immer noch ein „zugeflogenes“ linkes Ohr. Nicht mal die Tipps von Zuhause helfen, das Ohr will nicht. Möchte dauernd vor den Spiegel laufen um a) zu gucken ob Ohr noch dran, weil hören ja nicht so recht funtioniert und b) ob vielleicht ein Korken im Ohr steckt- so fühlt es sich nämlich an. So, jetzt erwarte ich Mitleid hier für diesen Tag, das Kranksein und die Situation an sich! Dankeschön!

Montag, 1. Dezember 2008

Du bist ne Wolke, wa?
Berlin 28.11. - 01.12.2008

Dana & Siv wieder on tour - Currywurst ist nicht gleich Currywurst - Vermieter geben Lebenshilfe - "Ohne Liebe kann man nicht leben!" - schon Sandras Oma wusste: nur Papiertaschentücher mit Qualität kaufen! - bei Friesen fühlt man sich gleich wie zuhause -

- jeder hat ein eigenes Verständnis von Freiheit - Berlin muss man sich zu Fuß erobern - Potsdamer Platz - Stelenfeld - Reichstag - glücklich - Hackesche Höfe - Geher und Steher - zu müde für Glühwein -



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Sonntag, 14. September 2008

Wenn die Ahnen das geahnt hätten...
Familientag in Rinteln 2008

Familientag bei Vogelers – das muss man erklären. Ja, wir sind schon alle miteinander verwandt. Irgendwie. Mit manchen teile ich mir allerdings nur meinen Ahnen Johann Gottlieb Mitte des 18. Jahrhunderts. Das ist es dann auch schon an Gemeinsamkeiten. Aber, und das weiß jeder, der Anverwandte hat- manchmal sind einem die am nächsten, die eigentlich im Stammbaum eher weit weg sind. So freue ich mich immer die Verwandtschaft aus Essen zu treffen, die wie ich jetzt gelernt (und diesmal noch nicht vergessen) habe sich mit mir die Familie meines Ur-Ur-Opas teilt (eben jener von mir war der Bruder von dem des Essener Zweiges….oder so) und vor allem meine lieben Cousinen x-ten Grades aus Minden. Irgendwie sind das alles eher Freunde, die man sich mit dem Herzen selbst ausgesucht hat und die irgendwie nur scheinbar zufällig auch verwandt sind. Na und mit jenen und den ganzen anderen netten Menschen aus der ganzen Republik trifft man sich eben alle 2 Jahre im September. Mal bei dem einen in der Nähe, mal bei dem anderen. Diesmal ging es wieder mehr in Richtung unserer Wurzeln ins Weserbergland, beim nächsten Mal 2010 zeigen uns Katja und Jörg wie schön es in Schleswig-Holstein ist. So, das vorweg bevor jemand glaubt ich sei auf so ner Art Onkel-und-Tanten-Treffen gewesen. Mitnichten.

Diesmal war nun also Rinteln dran und nachdem die Anreise schon mehr als beschwerlich war, gabs Samstag zur Belohnung Sonnenschein pur und blauen Himmel. Ich habe schon mal vor dem offiziellen Programm ein bisschen die Stadt erkundet und stellte fest: die Entdeckung der Langsamkeit ist hier Stadt-Credo. „Achtung Krankenhaus! Tempo 20“, „Fußgänger haben Vorrang“ und „Schrittgeschwindigkeit“ zeigten mir unzählige Schilder im Ortskern. Ja, hier geht man es gemütlich an. Und offensichtlich kennt jeder jeden, dachte ich als ich beobachtete, dass man sich auf der Straße noch anlächelte und ein fröhliches „Guten Morgen“ entgegen-schmetterte. Bis…ja, bis ich auch in den Genuss kam. Hatte man mich verwechselt oder ist man hier einfach so nett? Man ist so nett. Und ich dann eben auch, das ist die Sache mit dem Wald und dem Schreien und so. Und ein freundlicher Gruß geht einem in dieser Gegend wirklich leicht von den Lippen wenn man so nett empfangen wird.

Als wir dann alle pünktlich versammelt waren, ging es erstmal zur Schaumburg, später zur Schillat-Höhle und nach Kaffee und Kuchen auf den Familienfriedhof in Minden (ja, so was haben wir auch). Der Abend klang dann bei leckrem Essen und reichlich gereichten Getränken irgendwann nach Mitternacht aus, nachdem zuvor der Einfachheit halber der Vorstand in seinem Amt bestätigt und der Haushalt entlastet worden war. Ja, klingt für meinen geneigten Leser vielleicht ein bisschen fremd, aber es ist alles halb so schlimm. Denn auch wenn wir alle als Kinder diesen Pflichttermin gehasst haben, heute kommen wir gerne und mit Lorenz und Charlotte ist ja nun auch die frischeste Generation dabei gewesen.
Obwohl…. Als ich zu Charlotte (fast 4...Monate) sagte „Dein erster Familientag – und ganz sicher nicht Dein letzter“ fing sie an bitterlich zu weinen. Na, kann ja noch werden. :-)


Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück ins Museum (die hiesige Schiffahrtsgesellschaft wollte uns ja leider nicht mehr transportieren - dabei sind wir gar nicht sooo schlimm ;-)). Das wäre vielleicht nicht der Rede wert gewesen, wenn dieses wirklich liebevoll gestaltete Museum nicht extra für uns geöffnet hätte. Jawollja! Das war richtig nett. Nach einem etwas schwierig zu organisierenden Familienfoto (und ich bitte nicht noch einmal darüber diskutieren zu müssen, warum man einen endlich friedlich schlafenden Säugling nicht aufweckt um ins Bild zu plärren! Lasst die Kleene in Ruhe! Immerhin hat doch Lorenz für 2 in die Kamera gestrahlt.) ging es noch zum kurzen Ausklang ins Hotel zurück. Der ein oder andere aß noch was, Emailadressen und Handynummern wurden ausgetauscht (wenn auch bei einzelnen Personen sehr widerwillig) und ein paar Schleckermäuler wanderten noch schnell ins nächstgelegene Eiscafé. So oder so, es ging wieder rum wie der Blitz und dank Katja und Jörg freuen wir uns schon auf Schleswig 2010.