Montag, 20. Juli 2009

[Condor sucks!!!]

Bevor ich dazu komme über einen schönen Urlaub im Mittelmeer zu bloggen, muss erstmal die unbändige Wut raus. Gestern morgen, 6 Uhr aufstehen, 7.15 Uhr Taxi zum Flughafen Palma. Geplanter Abflug 9.25 Uhr. Lange Schlangen schon jetzt vor den Check In-Schaltern der Condor. Wir wundern uns noch, weil viele Reisende ihre Koffer öffnen und wild umpacken. Die haben bestimmt das gleiche Problem mit dem Übergepäck wie wir. Denken wir schmunzelnd. Dann geben wir unsere Koffer ab. Yep, etwas zuviel. 8 Euro bitte. Kein Problem. Ach nee, doch nicht, radebricht die Dame in Englisch-Spanisch kulant und zwinkert uns zu. Das ist aber nett, denken wir noch. Sonst spricht die Dame nicht viel. Quasi nichts. Die Koffer bekommen ihren Kleber und wollen die Reise auf dem Band antreten, als uns ein kleiner Zettel auf dem Counter ins Auge fällt. Der Condor-Flug 7727 nach Köln werde anders als geplant um 18 Uhr starten. Sandra, guck bitte schnell mal auf unsere Buchungsbestätigung. BINGO! Nix mit Waschmaschine an und Sofa, nix mit Freunden anlässlich von Sandras Geburtstag Essengehen. Sh**!
Wir sollen uns in anderthalb Stunden hinter dem Counter einfinden, ein Bus werde uns in ein Hotel bringen, wo wir Frühstück und Mittagessen bekämen. Sagt der Zettel. Traurig und missgelaunt traben wir davon. Eine ebenso dreinschauende Dame spricht uns an ob wir auch nach Köln wollten. Ja, wollten wir. So ein Mist. Ja, sagt sie, das sei ganz schlimm, ihr Sohn habe nämlich 40 Grad Fieber. Der Jugendliche lag auf ihrem Schoß und war klatschnass geschwitzt, ihm gings wirklich richtig dreckig. Er tat uns wirklich sehr leid und doch...Malle ist im Moment leider wirklich voller Schweinegrippe, das kann man nicht leugnen, warnten doch auf dem Flughafen überall unzählige Plakate mit Verhaltensregeln. In Spanisch und Französisch allerdings nur, nichts für die schier unzähligen Briten und Deutschen. Gar nichts.
Die Mutter tat mit ihrer doch recht knappen Äußerung leider auch nichts dafür, dass wir beruhigt waren. Kein "Keine Sorge, wir waren schon beim Arzt, das ist ein anderer Infekt" oder so. Nö. Auch der dazugehörige Mann und die zwei anderen kleinen Kinder der Familie tobten schön um den kranken Bruder drumrum. Je länger wir den armen Jungen betrachteten umso schlimmer schien sein Zustand zu werden. Irgendwann wurde es uns zu bunt und Sandra ging zum Condor-Counter um zu fragen, was die denn zum Schutz der anderen Hunderten Passagiere an Bord unternehmen würden. Masken für den Kranken und seine Familie vielleicht? Nix. Gar nix. Sie hätten schließlich keinen medizinischen Dienst und überhaupt, sie wissen nichts davon, dass ein Kranker mitflöge. Ach was! Zwei weitere Familien mit schwer erkrankten Kindern hatten sie doch soeben noch auf die Maschine nach Düsseldorf umgebucht. (Arme Düsseldorfer im Übrigen!)
Na, nun wussten sie es ja, aber keine Reaktion. Flughafenhospital zum Beispiel oder Apotheke? Nur so als Idee für die Unwissenden Mitarbeiter. Wir waren ernsthaft schockiert.
Keine der Damen führte uns übrigens später zu den Bussen (die nicht beschildert waren und die uns in Can Pastilla an einer Straßenecke rauswarfen mit einem Winken "da lang"), informierte irgendwen über das weitere Vorgehen. Wir haben das Hotel dennoch gefunden und auch dort ging im Übrigen das Fremdschämen für den deutschen Mallorca-Besucher an sich weiter. Das Hotel hat sich wirklich über die Maßen bemüht und es wurde nur gemault. Übers (gute)Essen, die Zahl der Toiletten, die Tatsache, dass nur die Getränke beim Essen gratis seien. Sandra und ich waren nur maulig, weil die Tante vom Check-In uns nicht informiert hatte, dass wir noch leichte Kleidung, Badesachen und Sonnencreme aus dem Koffer nehmen sollten. Wir waren somit unter den Wenigen, die in langer Jeans und mit Pullover und festem Schuhwerk bei 40 Grad im Schatten zubrachten, während andere in den Pool sprangen- nur um anschließend weiter zu maulen.
Es hat sich übrigens tatsächlich nichts getan. Wir wurden am Spätnachmittag zum Flughafen gebracht, dort wurde kurzfristig noch mal das Gate gewechselt (alle schön im Entenmarsch wieder quer durch den Airport) und dann noch 40 Minuten im kochend heißen Flieger sitzen gelassen. Selbst der Pilot, der ebenso wie das Bordpersonal aus einem freien Tag geholt worden war, schwitzte sich in seinem Glaskasten kaputt, wie er uns ehrlich mitleidend mitteilte. Die Spanier waren nämlich mit einer Langstreckenmaschine überfordert, konnten den Packplan für den Laderaum nicht verstehen und wussten demnach nicht, wie die Koffer richtig zu packen waren. Zudem hatte man uns ans falsche Gate geschoben, so dass wir keinen Strom für die Klimaanlage bekamen. Selbst der Herr Pilot war echt genervt. Verständlich das.
Ach ja und Atemmasken gab es natürlich weder für den Schwerkranken noch für die anderen zahllosen Hustenden (die sich aber sicherlich beim Ballermanngesaufe in sengender Hitze und dem anschließenden Gebrauch der Klimaanlage nur überschätzt hatten). Nun harren wir alle der Dinge, die da kommen mögen. Ob wir nun alle in den nächsten Tagen Fieber bekommen oder noch mal Glück hatten. Sollte einer von uns krank werden, kann sich die Condor unabhängig von der Außentemperatur echt warm anziehen. Das versicherten uns auch zahlreiche Mitreisende, die ebenfalls auf den Krankheitsfall hingewiesen hatten.
Und ich halte mich in den nächsten Tagen mal weitgehend von meinen Freunden fern. Nicht weil ich Euch nicht mag, meine Lieben, sondern einfach aus Vorsicht. Bis die Tage also!

Ach ja, meine Wohnung habe ich dann letztlich erschöpft um kurz vor 22 Uhr betreten. Und das auch nur, weil Stefan und Ibo so nett waren uns Mädels mit den schweren Koffern nach einer eigentlich wirklich schönen Woche abzuholen und nach hause zu fahren. Danke dafür!!!

6 Kommentare:

USH hat gesagt…

Du solltest für die Genugtuung wenigstens der Form halber unbedingt die Condor auffordern, den Schadenersatz nach den IATA-Richtlinien zu leisten - Verspätung, keine Verpflegung, entgangene Urlaubsfreude, da kommt dann einiges zusammen, reicht zumindest für den erforderlichen Spa-Tag zur Erholung. Ich helfe Dir gerne!

Zornröschen hat gesagt…

Verpflegung gab´s ja übers Hotel und die war absolut in Ordnung. Überhaupt haben die im Hotel sich sehr bemüht. Darüber haben nur die Ballermänner gemeckert. Aber alles andere von Condor war wirklich das letzte. Trotzdem danke! Komme ggf. gern darauf zurück.

Zilke hat gesagt…

...und wie gehts dir heute?

;-)

Zornröschen hat gesagt…

Noch gut. Wenn man von akuter Arbeitsunlust mal absieht... :-D

USH hat gesagt…

Es gibt eine EU-Richtlinie zur Erstattungspflicht bei Verspätungen, die so gravierend sind, manchmal hilft es ja, die Aggression in eine Richtung zu lenken, um sich nicht so ausgeliefert zu fühlen.

lissbeth hat gesagt…

Ich hoffe euer Urlaub war so schön wie der letzte Tag sch*** war! Dann muss es nämlich spitze gewesen sein ;)