Diesmal war nun also Rinteln dran und nachdem die Anreise schon mehr als beschwerlich war, gabs Samstag zur Belohnung Sonnenschein pur und blauen Himmel. Ich habe schon mal vor dem offiziellen Programm ein bisschen die Stadt erkundet und stellte fest: die Entdeckung der Langsamkeit ist hier Stadt-Credo. „Achtung Krankenhaus! Tempo 20“, „Fußgänger haben Vorrang“ und „Schrittgeschwindigkeit“ zeigten mir unzählige Schilder im Ortskern. Ja, hier geht man es gemütlich an. Und offensichtlich kennt jeder jeden, dachte ich als ich beobachtete, dass man sich auf der Straße noch anlächelte und ein fröhliches „Guten Morgen“ entgegen-schmetterte. Bis…ja, bis ich auch in den Genuss kam. Hatte man mich verwechselt oder ist man hier einfach so nett? Man ist so nett. Und ich dann eben auch, das ist die Sache mit dem Wald und dem Schreien und so. Und ein freundlicher Gruß geht einem in dieser Gegend wirklich leicht von den Lippen wenn man so nett empfangen wird.
Als wir dann alle pünktlich versammelt waren, ging es erstmal zur Schaumburg, später zur Schillat-Höhle und nach Kaffee und Kuchen auf den Familienfriedhof in Minden (ja, so was haben wir auch). Der Abend klang dann bei leckrem Essen und reichlich gereichten Getränken irgendwann nach Mitternacht aus, nachdem zuvor der Einfachheit halber der Vorstand in seinem Amt bestätigt und der Haushalt entlastet worden war. Ja, klingt für meinen geneigten Leser vielleicht ein bisschen fremd, aber es ist alles halb so schlimm. Denn auch wenn wir alle als Kinder diesen Pflichttermin gehasst haben, heute kommen wir gerne und mit Lorenz und Charlotte ist ja nun auch die frischeste Generation dabei gewesen.
Obwohl…. Als ich zu Charlotte (fast 4...Monate) sagte „Dein erster Familientag – und ganz sicher nicht Dein letzter“ fing sie an bitterlich zu weinen. Na, kann ja noch werden. :-)
Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück ins Museum (die hiesige Schiffahrtsgesellschaft wollte uns ja leider nicht mehr transportieren - dabei sind wir gar nicht sooo schlimm ;-)). Das wäre vielleicht nicht der Rede wert gewesen, wenn dieses wirklich liebevoll gestaltete Museum nicht extra für uns geöffnet hätte. Jawollja! Das war richtig nett. Nach einem etwas schwierig zu organisierenden Familienfoto (und ich bitte nicht noch einmal darüber diskutieren zu müssen, warum man einen endlich friedlich schlafenden Säugling nicht aufweckt um ins Bild zu plärren! Lasst die Kleene in Ruhe! Immerhin hat doch Lorenz für 2 in die Kamera gestrahlt.) ging es noch zum kurzen Ausklang ins Hotel zurück. Der ein oder andere aß noch was, Emailadressen und Handynummern wurden ausgetauscht (wenn auch bei einzelnen Personen sehr widerwillig) und ein paar Schleckermäuler wanderten noch schnell ins nächstgelegene Eiscafé. So oder so, es ging wieder rum wie der Blitz und dank Katja und Jörg freuen wir uns schon auf Schleswig 2010.
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