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Mittwoch, 30. September 2009

[Wie wahr, danke an das Uschi-Prinzip]

Beim "Uschi-Prinzip" grade einen Text gelesen, den ich nur empfehlen kann, er trifft den Nagel auf den Kopf. Erlebe ich grade täglich. Zwar meist nur von außen, auf den Fluren, aber das reicht um so richtig den Kanal voll zu haben.
Menschen und Menschenaffen haben eine evolutionär nicht degenerierte Gemeinsamkeit: Wenn sie anderen begegnen, blecken sie die Zähne. Sollte heißen "ich beiße dich nicht". Wird auch Lächeln genannt. Bedeutet mitunter "ich beiße dich doch". Wird lächelnd vollzogen. Gravierender Unterschied.
Häufig von weiblichen Exemplaren der Spezie ausgeführt in Kombination mit dem ein oder anderen Augenaufschlag. Zur Verstärkung dieser Taktik kann auch noch das männliche Leittier um Unterstützung gebeten werden, am besten ebenfalls mit Augenaufschlag und Verweis auf das gemeinsame Ziel.
Gut ist, wenn Sie sich von Revierverletzungen - auch inhaltlich - fern halten. Subtilität ist effektiver als Gewalt, Intrige statt Auseinandersetzung, Manipulation der Gerüchteküche vertuscht fehlende Kompetenz. Hüten Sie sich vor grinsenden Weibchen - Frauen können mehrere Dinge gleichzeitig tun und sich auch noch die Lippen schminken.
Es könnte sein, Sie erkennen den Angriff erst, nachdem er schon erfolgreich war. Und bitte, tun Sie mir einen Gefallen: Gehen Sie besser nicht davon aus, dass andere Menschen anständig handeln, wenn sie Verantwortung tragen. Leistung ist kein Garant für Ihr Überleben im Dschungel. Es zeigt sich erneut, dass, wer mit Erdnüssen bezahlt, nur Affen einstellen kann.
(c) Das Uschi-Prinzip

Danke Ush, man merkt, Du weißt, wovon Du sprichst.

Samstag, 24. März 2007

Die große Liebe - eine Leseempfehlung für Frühlingsgefühle und darüberhinaus

Es gibt Bücher, die einen fesseln, bei denen man beim Lesen bei der ein oder anderen Schilderung unwillkürlich mit dem Kopf nicken möchte, fast reale Bilder vor dem geistigen Auge entstehen.
So eines lese ich gerade. Der Autor wurde mir so ans Herz gelegt, und selten hat sich eine Empfehlung so gelohnt. Und gerade habe ich darin eine so schöne Beschreibung einer großen Liebe gefunden, dass ich sie hier teilen will. Der Protagonist, ein Journalist mit einer großen Affinität zum Meer beschreibt seine Liebe:

Wenn ich mit Franca zusammen bin, bin ich die ganze Zeit ausschließlich mit ihr beschäftigt, damit, was sie sagt und wie sie sich gibt, es gibt keinerlei Ablenkung, nichts sonst, ich bin völlig konzentriert und gespannt (und vielleicht deshalb hinterher, wenn ich wieder allein bin, beinahe leer und erschöpft). Der gesamte Raum um uns herum wird durch unsere Begegnung verändert, er erscheint aufgeladen, interessanter, als strahlte unsere Verbindung auf ihn aus, manchmal meine ich sogar, er würde, auch wenn es sich um einen ganz alltäglichen, banalen Raum handelt, „schöner“.
In diesem Zustand nehme ich unendlich viel wahr, und diese Wahrnehmung geht ein in unsere Gespräche, noch mit keiner Frau habe ich solche Gespräche geführt. Ich mochte immer die klugen Frauen, Frauen von einer raschen, hellwachen Klugheit, genau das zog mich an, im Falle Francas kommt aber noch etwas anderes hinzu, eine besondere Art sich zu bewegen, zu fühlen, zu schmecken, eine Art, die mir über alle Maßen gefällt, oder besser gesagt, eine Art, an der mich nicht das Mindeste abstößt oder irritiert. Meine früheren Verbindungen mit Frauen waren immer durchsetzt von kleinen Kompromissen, oft störten mich völlig unbedeutende Kleinigkeiten, die mit der Zeit eine unsinnige Bedeutung erlangten. Jetzt jedoch habe ich den seltsamen Wahn, als käme unser Sprechen und Fühlen aus einem gemeinsamen Zentrum oder Kern, ein Wort gibt das andere, wir geraten miteinander, könnte man sagen, in einen Zustand der ununterbrochenen, begeisterten Unterhaltung. Es ist eine Art von Verzückung, eine Hyper-Erregung, ein Paroxysmus, ich weiß nicht, wie ich es nennen soll, vielleicht ist es etwas Mystisches, dann hätten die alten Theologen eben doch Recht. Schwärmerei, Sprachwollust, Welt-Verwandlung....


Nachzulesen bei
Hanns-Josef Ortheil, Eine große Liebe,
btb-Verlag, Köln 2003, ISBN: 3-442-72799-5
Nachzuempfinden hoffentlich im wahren Leben... :-)