Frommer Wunsch- funktioniert hat es nicht! Aber von vorne.
Fühle mich zur Zeit ja wirklich etwas geschunden- letzte Woche auf dem Weg nach Berlin überkommt mich überfallartig Schüttelfrost, Fieber, abends dann Übelkeit. Aber was will man machen, wenn der jährliche Neujahrsempfang des Arbeitgebers mit lauter wichtigen Menschen inklusive Ministerin ansteht. Eben. Nix. Den Abend habe ich nur durch einen von Fieber getrübten Blick wahrgenommen, logisch oder?
Am nächsten Tag gab es sehr deutliche Anzeichen, dass es mir wirklich dreckig ging: ich hatte keinen Appetit (ICH!!!), wollte nicht mal rauchen und vor allem konnte ich im Flieger schlafen. Auf dem Rollfeld schon. Das geht sonst nie, weil ich ja immer noch nicht so gerne fliege. Nun denn. Donnerstags noch pflichtbewusst ins Büro geschleppt, Freitag war der Ofen aus und ich konnte nur von zuhause arbeiten. Fieber und Magenkrämpfe hatten mich feste im Griff. Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, kam dann am Wochenende noch ne Erkältung vorbei. Leider musste ich Montag ins Büro- egal wie- Druckfreigabe steht schließlich vor der Tür. Morgens wusste ich noch nicht wie ich stehen sollte, aber mit reichlich Tee und viel Sitzen (mach ich ja eh den ganzen Tag) ging es gegen Abend sogar einigermaßen. Tja und Dienstag stand dann wieder Berlin auf dem Plan. Fliegen mit Erkältung- an sich schon doof. Aber frau ist ja vorbereitet, Taschentücher, Nasentropfen- alles dabei, damit es keine Aua-Ohren gibt. Leider klappte das nur in der Theorie. Beim Hinflug kam ich zwar mit Ohren zu in Tegel an, aber nach einer Weile und immer wieder versuchtem Druckausgleich tat es einmal weh und frei war das Lauscherchen. Konnte ich wenigstens dem Chef gut zuhören!
Allerdings war der Flug ohnehin nicht so richtig schön. Da Pendlermaschine knallvoll und ich wurde von einem etwas übergewichtigen Inder mit Ausdünstungen von Curry und anderen Gewürzen des Orients unwillkürlich immer weiter gegen die Außenwand des Fliegers geschoben. Zudem war der Herr seeeehr müde und kippte röchelnd und schnarchend immer wieder auf meine Seite. Na prima!!! Hab ihm ab und an wie zufällig meine Klatschpresse vom Eingang unter die Nase gehauen, aber es half nur für Millisekunden.
Aber ohnehin noch ein Tipp für Airberlin: einen Song mit dem Titel „Rise & Fall“ vor dem Start zu spielen kann SEHR kontraproduktiv sein! Nur mal so nebenbei!
Rückflug: Hatte ja ein bisschen Bedenken vor dem Rückflug wegen den Öhrchen, aber es nützte ja nix, wollte heim nach Köln. Och nöö, sagt der junge Mann am Schalter mir doch direkt „Nur noch Mittelplätze!“ Warum hatte ich aber auch grade heute vergessen rechtzeitig online einzuchecken?! Naja, wird schon gehen, ist ja nur eine Stunde. Hab ich gedacht. Während ich noch so in der Abflughalle sitze und meine Mitreisenden besehe. Hm, welcher soll denn neben mir sitzen? „Mein rechter, linker Platz ist leer…“ trällerte es innerlich in mir. Man muss schließlich das Beste daraus machen. Nur ein Herr fiel mir ins Auge der es definitiv NICHT sein sollte. Stark adipös um es nett auszudrücken. Sogar der zugegebenermaßen despektierliche Gedanke „Na, seinen Pillermann hat der seit Jahrzehnten nicht gesehen! Die Füße auch nicht“ kam in mir auf. Fies, ne? Naja. Nun ging es ans Einsteigen und ich hielt mich brav wie nur wenige an die Ansage, dass die vorderen Reihen doch bitte zuletzt einsteigen sollten. Und dann kam ich in den Flieger und meine Augen suchten sofort Reihe 9. Und ich blieb beinahe wie angewurzelt stehen: Saß doch genau jener freundlich dreinschauende Mops (ich darf das sagen, bin ja auch kein Reh) auf dem Platz neben mir. Als wäre dieser Hühnertransport nicht schon so eng genug, sah ich vor meinem geistigen Auge meinen ebenfalls ausladenden Hintern auf einem Sitzteil von der Größe einer Briefmarke. Viel Platz konnte da ja nicht sein. War auch nicht. Der Herr bekam einen zweiten Gurt, den Snack musste er ohne Tisch zu sich nehmen, da der Bauch bis zum Sitz der Vorderreihe reichte. Und ich hab schön ne Stunde dagesessen mit vor der Brust verschränkten Armen- wo sollten sie auch hin? Lesen war so nicht nur anstrengend, sah auch sch*** aus, so mit grade vorgehaltenem Lesestoff. Dann ging es endlich an die Landung. Nase wieder brav freigepustet und schön immer den Druckausgleich versucht. Als das nicht mehr half schön den Mund auf. Na, das komplettierte das dämliche Bild!
Aber der langsame „Abstieg“ ging wieder auf die Ohren. Kaum gelandet wieder das Gepuste versucht…und jetzt hab ich auch nach über drei Stunden immer noch ein „zugeflogenes“ linkes Ohr. Nicht mal die Tipps von Zuhause helfen, das Ohr will nicht. Möchte dauernd vor den Spiegel laufen um a) zu gucken ob Ohr noch dran, weil hören ja nicht so recht funtioniert und b) ob vielleicht ein Korken im Ohr steckt- so fühlt es sich nämlich an. So, jetzt erwarte ich Mitleid hier für diesen Tag, das Kranksein und die Situation an sich! Dankeschön!
Ich habe Angst als Leiche verwechselt zu werden.
vor 2 Jahren
3 Kommentare:
Eine Runde Mitleid fliegt über den Rhein:-)
Du Allerärmste ! Fanfrau´s Herz zerfliesst vor Mitleid...grinst aber auch über den Dicken....
LG + gute Besserung
Und gute Besserung aus Neu-Ehrenfeld!!
Du armes Hascherl... ;-)
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