"Betriebsausflug nennt sich ein vom Arbeitgeber geförderter und gebilligter meist eintägiger Ausflug oder Reise der Belegschaft eines Betriebes oder einer Behörde mit touristischem und/oder geselligem Angebot. Der Betriebsausflug kann von einem Gremium der Bediensteten, zum Beispiel vom Betriebsrat oder einem Festausschuss, vom Arbeitgeber selbst, einem Reisebüro oder Busunternehmen organisiert werden. [...] Der Betriebsausflug führt zwar zu einem Arbeitsausfall, erscheint aber vielen Arbeitgebern sinnvoll unter dem Gesichtspunkt der "Verbesserung des Betriebsklimas".
Soviel zur Theorie. Die Praxis war ein bisschen anders. Bis 12 Uhr sollte gearbeitet werden, aber kurz danach fiel doch noch dem ein oder anderen ein, was noch dringend erledigt werden müsse. Nach Sinn oder Unsinn fragte da irgendwie keiner mehr, eher kollektives Kopfschütteln war die Antwort. Während ein Großteil der Belegschaft es wenigstens pünktlich ins "Früh" geschafft hatte, schafften wir es so grade kurz vor knapp, einige trudelten dann noch später ein. Essen war lecker, die Größe der Portionen brachte dann aber auch die stockendsten Gespräche in Gang. Unsere Köln-Berlin-Ecke hatte allerdings einiges zu lachen. Laien können beim Bingo richtig abräumen, auch wenn sie sich weigern "BINGO!" zu rufen. Sizilien muss wunderschön sein. Die Cheerleader für den CI-Cup 2008 stiegen in die gedanklichen Vorbereitungen ein, T-Shirts, Pompoms- dieses Jahr geben wir alles. Desweiteren lernten wir, dass man(n) Malefiz so gar nicht mit Mädchen spielen kann, das sei nämlich wirklich ein reines Männerspiel. Zeigten ja schließlich auch schon die Symbole wie Waffe etc. Nee, is klar. Wir werden den Gegenbeweis antreten, ich schwör!
So. Die Führungen durch den Dom (obenrum oder untenrum) sollten aber erst um 16.30h beginnen. Ich sage Euch, Minuten können sich wie Stunden anfühlen. Irgendwann hat unser Revoluzzer aus Schwelm einen Teil der Tafel aufgehoben und mit schlechtem Gewissen hab zumindest ich mich im Gefolge auf den Weg gemacht. Frische Luft, ein Eiscafé mit ausufernder Speisekarte und ein kleiner feiner Kreis von Kollegen- so ging die Zeit bis zum nächsten Programmpunkt ganz schnell rum. Sammeln vor dem Dom. Die Dame für obenrum war früher da als die für untenrum. Eine andere wollte (mit) uns aufs Dach steigen. Aber sowas von ohne mich! Aber sie hatte sich ohnehin nur in der Gruppe geirrt. Die Führung war wider Erwarten interessant, auch wenn uns die Domschweizer, die der Focus einst als Gottes Hausmeister und Hilfspolizisten betitelte, so gar nicht wohlgesonnen waren. Nun ja, aber ein bisschen freundlicher könnten die Herren schon sein. So endete zumindest die Führung derer, die mehr am Obenrum interessiert waren ein wenig verfrüht, die Damen und Herren untenrum brauchten dafür um einiges länger. Nach einer Dreiviertelstunde des Wartens auf dem mehr als zugigen und eisekalten Domvorplatz gaben wir auf. Beinahe zuhause angekommen erreichte mich dann ein Anruf und nach kurzem Beratschlagen (ich hatte mich schon mit Wärmflasche auf dem Sofa gesehen) drehten wir kurzerhand um und folgten einem versprengten Rest ins Gaffel am Dom. Eine wahrlich gute Entscheidung! Kölsch trinke ich zwar immer noch nicht gern, aber ich freue mich immer wenn mir ein netter Köbes auch eine Cola ohne Murren bringt. Und den anderen hat es geschmeckt. Und plötzlich verging auch die Zeit wie im Fluge. Das Spiel Italien gegen Rumänien haben wir noch im Rudel geguckt, den Sieg der Niederlande gegen die von mir ja auch so gar nicht gemochten Franzosen hab ich dann auf dem Sofa gesehen. Gut gewärmt und letztlich doch sehr zufrieden mit dem Ausgang des Tages.
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