Kinder, wie die Zeit vergeht! Um das zu merken muss man manchmal einen Schubs von außen bekommen, und das ist keineswegs ein anstehender Geburtstag (öörgh!), meiner heute war musikalischer Art. "Die Türen" mit ihrem Song "Indie Stadt" (nein, das ist kein Schreibfehler!)
Und ich fühle mich zurückversetzt in die Zeit der Pubertät, Eltern nervend, alles Scheiße findend, aufbegehren wollen aber nicht tun, ländlich sittlich eben.
Wer von uns hat damals nicht, jeden verfluchten Nachmittag nach der Schule im "Hübner" sitzend darüber sinniert, dass erstmal alles besser wird, wenn wir nur nicht mehr in der Provinz hocken. Dass uns dann die große weite Welt offen steht. Und nun, beinahe 20 Jahre später? Wissen wir alle, dass anderswo auch nur mit Wasser gekocht wird, einem die Stadt ganz schön auf die Nerven gehen kann, man auch jetzt nicht öfter ins Theater geht nur weil man es eben vor der Tür hat und vor allem, dass sogar eine Stadt wie Köln eben auch nur ein Dorf ist. Nicht räumlich, aber mental. Jedes Veedel (für Auswärtige, das heißt "Viertel") für sich. Und die ganze Stadt. Nur ist manchmal ein Dorf eben doch manchmal auch ein bisschen besser. Und genau das haben die "Türen" erkannt und wie schrieb die taz so schön: "Eine auf Power-Chords gebaute Hymne über die Sehnsucht nach der großen Stadt, die nur eine bereits in Berlin lebende Gruppe derart überzeugend singen kann, weil die Türen wissen: hier ist auch alles scheiße. Der Eskapismus - nie wieder hier sein, immer nur da sein - er funktioniert nicht. Du bleibst da unten, die Arbeit will deinen Tag diktieren und wenn du ein besseres Leben willst, dann bleibt dir nur das Tanzen.[...]" (mehr lesen hier) Also früher oder später zieh ich wieder aufs Land. Wenns da genauso ist nur ruhiger, dann her damit! Ostfriesland kann es nicht sein (leider), aber vor den Toren Kölns ist es ja auch ganz schön. Glaub ich.
(ach ja, zum Reinhören hier entlang .....)
Ich habe Angst als Leiche verwechselt zu werden.
vor 2 Jahren
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