Urlaub in den Bergen- 11.05.2008
Sie haben "ja" gesagt! Ganz deutlich.
Heute war es nun soweit, der Tag von Johannas und Christians Hochzeit und der eigentliche Grund warum ich auf Österreich als Urlaubsziel gekommen bin. (Nur nebenbei, so einen Grund brauch ich demnächst nicht mehr, es ist einfach wunderschön und man kann da auch einfach so hinfahren.) Wir haben den Tag langsam angehen lassen, schließlich haben wir Urlaub. Während Johanna einen Ort weiter also aus dem Bett geschossen wurde (Brautschießen heißt das hier im Land der Berge) und anschließend mit Bravour den Friseur- und Ankleidemarathon absolvierte, haben wir uns erstmal ein bisschen im Pool bewegt und anschließend in der Sonne gebraten. Wenn schon der Selbstbräuner nicht ganz in unserem Sinne gearbeitet hat, dann eben so. Schließlich sind die Kleider schulterfrei und knielang. Kurz: Entspannt haben wir, bis es Zeit für mich war, mich aufzubrezeln. Dann fuhr Nicole mich nach St. Agatha zur Kirche. Ich mache es kurz- die Trauung war wunderschön, die Braut eine Offenbarung. Jaja, und wer hat das Kleid mit ausgesucht? Na, wer war´s? Und kommt mir jetzt nicht mit "Die Schweizer" oder so.

Und ja, natürlich hab ich geheult. Aber weniger vor Rührung (dazu gab es einfach auch zu viele heitere, förmlich echte "Hannerl"-Momente), aber man hatte doch tatsächlich eine Musikauswahl getroffen, die schon auf dem heimischen Sofa und der
Musik aus dem Player so sehr meine Seele berührt. (Klingt kitschig, is mir egal, ist aber so. Genau so.)

Danach gings zum Fadingerhof, einer historischen Hofanlage mit Blick aufs Tal, im Hintergrund gesäumt von den Schnee bedeckten Gipfeln der Alpen. Das alles bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Noch Fragen? Das Essen war wunderbar, die Stimmung auch, der Nußgeist von Mama Osterkorn legendär wie immer, die Kuchen und Torten aus der Pfalz ein Gedicht (Dank noch mal an die Wilhelmis! Mjammjam...). Das frischgetraute Paar hat alles mit Bravour gemeistert, Brautwalzer, Tortenanschnitt. Der Bräutigam hielt eine wunderbar launige Rede über seine Aufnahme im Sissi-Land gemäß dem Motto "Er ist ja wirklich nett, wenn er doch nur kein Deutscher wäre!" und der Brautstrauß ging perfekterweise an die Schwester der Braut.

Der für mich rührendste Moment des Tages (das Brautpaar möge es mir nachsehen) war aber nicht das "Ja", sondern der Tanz des Bräutigams mit seiner Oma. Kurz zuvor eine schwere OP überstanden, aber mit dem festen Willen bei der Enkel-Hochzeit dabeizusein, schwang die Dame mit Christian das Tanzbein, dass es eine wahre Pracht war. Und nicht zu einem Schmusesong von Engelbert sondern zu
"I love Rock´n Roll" von Joan Jett & the Blackhearts! Kein Witz! Und die Dame ist 87 Lenze jung. Der Bräutigam war wohl auch so von seiner Tanzpartnerin angetan, dass er sie irgendwann kurzerhand an sich riß und mal ganz feste herzte. DAS war der rührendste Moment des Tages. Ich schwör!
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