Samstag, 8 Uhr morgens, noch total müde aber los geht´s. Ein bisschen Sorgen habe ich mir ja schon gemacht, schon Tage zuvor wurde auf allen Und was man schon auf so einer stinknormalen Autofahrt alles erlebt! Profanes Frühstück beim goldenen M, dort wo Nicole immer Halt macht. Mein erstes Mal übrigens und gar nicht mal so übel. Mit Dauerkaraoke haben wir uns bei Laune gehalten, aber muß eigentlich jedes Lied von Herzschmerz oder der großen Liebe handeln? Staufrei erreichten wir den Spessart, wo die Autobahn mit Glitzer-Prinzessinnen-Asphalt im gleißenden Sonnenlicht überraschte und uns irgendwie an Gülcan erinnerte, in der Gegend rund um Deggendorf waren plötzlich nur noch Spacken auf der Autobahn unterwegs und irgendwie wurden die Staumeldungen im Radio zwar immer länger, auf unserer Strecke war aber weit und breit nichts davon zu sehen. Etwas überrascht nahmen wir zur Kenntnis, dass direkt hinter Passau das Ausland beginnt und dort Verkehrsschilder mit großer Vorsicht zu genießen sind. Ein blaues Zeichen mit einer weißen 130 besonders. Bei uns ist das
Richtgeschwindigkeit und wir Mädels waren doch überrascht, wie sportiv der Österreicher an sich die kurvenreichen Straßen meistern wollte. Schon nach wenigen davon sorgte die Fliehkraft dafür, dass wir beinahe unsere Plätze verlassen hätten. Erst als wir in die Mündung einer Radarpistole schauten, ahnten wir, dass wir hier irgendwas falsch gemacht haben. (Gott sei Dank, war Nicole aber so aufmerksam, dass sie noch brav runtergebremst hatte.) Wie sich nur ein paar kreuzende Straßen später herausstellte, als wir dort das gleiche Schild mit einer „135“ entdeckten, handelte es sich hierbei keineswegs um eine Empfehlung des österreichischen Verkehrsministeriums, sondern lediglich um die Numerierung der Straße. Wir befanden uns also auf der Bundesstraße 130. Hätte es nicht irgendeine andere sein können?
Dank Tomtom haben wir auch unser
Hotel in Schlögen an der Donauschlinge schnell gefunden, wurden von einer Eingeborenen durch das Zimmerlabyrinth zu unserem geleitet und erschraken auch nur sehr kurz, als wir als Flurnachbarn den Problembären Bruno ausmachten. Oder war es der Bruder? Egal. Er war groß, er war braun und er war ganz schön tot.

Kaum häuslich eingerichtet zog es uns schon auf die Sonnenterrasse zum ersten Häferlcafé und einer Melange, unterstrichen wurde der Genuß dann noch von Palatschinken mit Marillenmarmelade und Topfenknödeln mit Zwetschgenröster. Abends dann gleich das dort so übliche Cordonbleu, Apfelmost und zum Einschlafen DSDS. Jaja, wir sollten meist früh zu Bett gehen in diesem Urlaub und wir hatten schon jetzt Angst vor der Waage zuhause. Unberechtigt wie sich zeigen sollte.
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