Samstag, 22. September 2007

In der Hauptstadt und doch so wenig Berlin


Fazit vorab: 30. Deutscher Hausärztetag in Berlin. Viel Arbeit. Wenig Vergnügen. Nette Überraschungen- schon im Flieger. Viel zu wenig Zeit für Berlin. Und die Freunde, die man da so schön besuchen könnte. Aber zumindest der feste Vorsatz, bald wieder zu kommen. Nicht zum Arbeiten.
  • Die erste nette Überraschung bereits auf dem Flughafen Köln / Bonn. Die Dame am Air Berlin-Schalter hat es trotz mehrmaligem Bitten nicht kapiert, dass Jana und ich nebeneinander sitzen wollten. Jaja, kein Problem, sagte die junge Dame. Grundsätzlich vielleicht nicht, für sie schon. Als wir später noch einmal auf unsere Bordkarte schauten, war uns schnell klar, dass 12E nicht neben 9E ist. Aber wir bekamen immerhin die Gewißheit, dass "jaja" wirklich "Leck mich am A..." bedeutet. Dann ignorierte der Subway-Mitarbeiter - nennen wir ihn mal "langsam"- meine Bitte danach Oliven unbedingt wegzulassen und erfreute mich mit einer extra Kelle. Leider war vorm Borading keine Zeit mehr lange mit ihm zu diskutieren, das Sandwich blieb deshalb komlett ungegessen, weil es nach dem Versuch den Schaden zu beheben so matschig war, dass einem jeder Appetit verging, er hatte wirklich ganze Arbeit geleistet. Als meine Sitzreihe zum Boarden aufgerufen wurde, entdeckte ich neben mir ein bekanntes Gesicht und rief vorsichtig "Charlotte, bist Du das?!" (nichts ist schließlich peinlicher wenn wirklich JEDER mitkriegt, dass man sich vertan hat). Aber sie war´s! Wir wohnen beide in Köln, sehen uns sonst leider höchstens einmal im Jahr, haben aber schließlich vor 10 Jahren schon zusammen studiert. Meine Frage nach ihrem Sitzplatz war dann die nächste Überraschung- sie hatte 12F, den Platz neben mir. Und so wurde der Flug sehr kurzweilig und verhungert bin ich auch nicht ganz, weil es zumindest eine Mini-Laugenstange und eine Cola light gab.

  • Angekommen im Kempinski am Ku´damm. Bin doch ganz die Tochter meines Vaters. Er denkt Dieter Thomas Heck sei ein Kollege und grüßt mit fröhlichem Moin Moin, ich reagiere auf Hellmuth Karaseks herzliches Hallo ebenso freundlich. Bis ich kapiere, dass das eben kein Delegierter ist. Naja.
  • Zimmer gabs erst keins, das Gepäck nimmt man lieber selbst, weil man sonst froh sein kann wenn man es grade noch rechtzeitig vor dem Jubiläumsabend 6 Stunden später (sic!!) bekommt- und das erst wenn man 2mal angerufen und es dann doch selbst geholt hat, nachdem der Hotelzimmerschlüssel auch nicht funktionierte. Soviel zu "Luxushotel".

  • Also erstmal ins Tagungsbüro. Da folgt Überraschung 2. Handy klingelt, "unbekannter Teilnehmer". Ingo war dran, mein Schwarm aus Kindergartenzeiten. Jetzt muss ich aber doch bald mal in die alte Heimat Hessen zurück und dann gemeinsamer Kaffee nach 15 Jahren.

  • Jubi-Abend in der Landesvertretung des Saarlandes beim Bund. Nettes Geplauder mit dem Herrn vom BKA-Personenschutz, der Ullala begleitet. Ob ich eine Visitenkarte habe? Ääh... Hab ihm dann eine gegeben, war aber die von Manfred. Der junge Mann dürfte sich wundern, wenn er meinen Namen liest. *grins* Aber eventuelle Mails leitet Manne weiter, hat er gesagt.
  • Kaum Alkohol (nur etwas Sekt und einen Grappa- den gabs aus Eimern), früh nach hause. War einfach nicht in Stimmung und die Erinnerung an den letzten Hausärztetag in Potsdam war Mahnung genug, es nicht wieder zu übertreiben. Zufällig war auch um Mitternacht grade ein Shuttlebus abfahrbereit und so trat ich den Heimweg an mit lustigen Westfalen, die ebensolche Lieder intonierten, einem Saarländer, der versuchte dagegen anzusingen und am Ende wilde "Hausarzt! Hausarzt!"-Rufe aus allen Lagern. Kaum im Zimmer fand ich eine Art Gebetsteppich und Schlappen vor meinem Bett, die einzige Frage, die mich aber noch interessierte war "Wie geht das verdammte Licht aus!?".

  • Was hab ich sonst noch gelernt: Frühstück im Café Reinhardt ist Wahnsinn!, Vorstandswahlen haben was von Kindergeburtstag, Pressemenschen sind unzuverlässig, Qualitätskontrolle ist alles (Danke, Frank, fürs Mitdenken!:-))

  • Besonderer Dank gilt aber dem netten Kabinensteward von Air Berlin, der sicher sogar noch ängstlicheren Fluggästen als mir mit Humor die Reise versüßt. Ein anfangs kleiner Versprecher brachte Bordpersonal und Fluggäste zum Lachen, das Eis war gebrochen. Die Sicherheitsanweisungen endeten dann mit einem fröhlichen "Und immer positiv denken!". Als die Kabinenbeleuchtung beim Start gedimmt wurde, kam die Aufforderung doch mit dem Sitznachbarn zu kuscheln. Wer das Licht nicht ausmache, der bekäm bald ne Rechnung von E.ON. Am allerbesten war dann aber der Lieblingssong der vermeintlichen "Mitarbeiterin des Jahres", der Air Berlin-Song, der zu ihren Ehren über die Lautsprecher kam. Manche Texter gehören wirklich bestraft. Aber immerhin haben wir noch beim Ausstieg in Köln herzlichst gelacht.

"Flugzeuge im Bauch, im Blut Kerosin,
kein Sturm hält sie auf, unsere Air Berlin".


Aaaaargh!

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

schoen zu lesen, wie du staendig in der weltgeschichte unterwegs bist. bin ja mal gespannt, ob es nochmal 10 jahre dauert, bis du es endlich auch mal zu mir schaffst. versprochen war es ja fuer dieses jahr;-) aber ich krieg dich ja leider nicht mal ans telefon!!!!!!!!!

Anonym hat gesagt…

Ach wie gern würde ich eigentlich einen Kommentar zum Thema - Hausärzteverband - Landärzte - Hotel Kempinski schreiben -aaaaber - wie schnell wird man falsch verstanden....nicht von Dir - aaaaber

Liebe Grüße nach Köln von der treuesten Fanfrau

Zornröschen hat gesagt…

Huhu, Fanfrau! Wir verstehen uns auch ohne Worte...*grins*