Sonntag, 1. April 2007

An der Nordseeküste, am plattdeutschen Strand...

... sind die Fische im Wasser und selten an Land. Es sei denn sie befinden sich in einem Fischbrötchen. Aber da muss man aufpassen, denn manchmal taucht plötzlich wie aus dem Nichts ein monströser dunkler Schatten über dem arglosen Touristen auf und schwupp hat Frau Killermöwe sich des Matjes bemächtigt! So geschehen anno 1998, als ich mit Susi in Norddeich weilte im Zuge meiner "Danke, dass Du meine Magisterarbeit immer und immer wieder Korrektur gelesen hast!"-Tournee durch Ostfriesland.
Zurück ins Jahr 2007, wir schreiben den 1. April und ich blieb, soviel sei vorweggenommen, von allen Scherzen verschont.
Ich hatte es mir ja ganz fest vorgenommen, ich will an einem meiner freien Tage endlich wieder ans Meer. Am Meer komme ich zur Ruhe, die salzhaltige Luft vertreibt jeglichen Stadtmief aus der Lunge und vor allem wird der Kopf wunderbar durchgepustet, krude Gedanken sind danach einfach weggeblasen. Wenn dann noch wie heute die Sonne dazu strahlt kann es einfach nichts schöneres geben. Okay, ich träume eigentlich von einem menschenleeren Strand, kräftigem Wind und vor allem einem Seegang, der das Meer gehörig rauschen lässt. Norddeich ist da natürlich die gänzlich falsche Wahl, die Osterferien in Nordrhein-Westfalen die absolut falscheste Zeit. Reist man mit Vierbeiner ist der eigene Auslauf am Strand sehr begrenzt, der Hundestrand ist eher überschaubar zu nennen. Aber da mein geplanter Spiekeroog-Trip im letzten Jahr an widrigen Umständen und an der Ermangelung des gewünschten ebenfalls meeressüchtigen Mitreisenden scheiterte, war die Sehnsucht nach der See so groß, dass ich sogar Norddeich mit allen Touristen aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinland in Kauf nahm.

Heute ging es dafür vogeltechnisch ruhiger zu als anno 1998, die einzigen Wesen, die die Luft zuhauf bevölkerten waren extrem bunt, hatten das ein oder andere Mal einen langen Schwanz, manche ein dümmliches Gesicht und zwei dünne Strippen, an denen Menschen hingen, die ihre Lenkdrachen so gar nicht im Griff hatten.
Nelson freute sich sehr als er die Vielzahl von vier- und zweibeinigen Spielgefährten entdeckte, bellte den ein oder anderen Drachen an, der sich ihm im Sturzflug näherte und schnell hatte er das richtige Stöckchen ganz nach seinem Geschmack gefunden. Wir warfen das Ding wirklich unermüdlich, aber die anderen Vierbeiner orientierten sich immer wieder am Wasser, haben Spaß daran sich in die Fluten zu stürzen, doch nicht unser Untier! Es muss nur geregnet haben, da geht er schon nur quasi auf Pfotenspitzen in den Garten und möchte sehr schnell wieder ins heimelige Wohnzimmer. Ein Bad im Meer? Niemals freiwillig!


So auch heute. Er flitzte am Schnellsten von allen den Strand entlang, bremste aber abrupt vor der Wasserkante. Auch als er sich mit Max anfreundete, der leidenschaftlich gerne Stöckchen aus dem Wasser holte. Nelson testete nur den Geschmack, und wer mal beim Baden ordentlich Wasser geschluckt hat, versteht, dass das kein überzeugendes Argument für unsere Nordsee ist. Aber es dauerte diesmal nicht allzu lange und nicht allzu kräftiges Auslachen durch alle anwesenden Hundefreunde und Nelsons Ehrgeiz war geweckt. Irgendwann ging er vorsichtigen Fußes in das seichte Wasser und als der Bauch erst mal nass war, war der Rest auch nur ein leichtes. Wir konnten es kaum fassen! Ok, zum Schütteln suchte sich der vierbeinige Freischwimmer immer noch unsere Nähe, besonders mein Hosenbein war zum Abwischen der nassen Barthaare offensichtlich genau richtig- aber unsere Freude, dass aus unserem wasserscheuen Hund eine Art Seebär geworden war, ließ uns beinahe darüber hinwegsehen.
Zur Feier des Tages gab es anschließend noch ein lecker Matjes-Brötchen auf die Hand und eine gemächliche Rückfahrt durch die gesamte Krummhörn, dem schiefesten Kirchturm der Welt, ein Blick auf den Pilsumer Leuchtturm,Zwischenstop an der Knock und dann nach einem herrlich sonnigen Tag und Unmengen frischer Luft wieder nach hause. Und trotz einem kleinen Sonnenbrand auf der Nase wieder der feste Plan in diesem Jahr noch einige Tage am Meer zu verbringen, mal schauen, was diesmal daraus wird. Seemänner, Nixen und solche die es werden wollen sind beim Mitreisen herzlich willkommen!:-)

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