Mittwoch, 29. Oktober 2008

Und es bleibt doch die KölnArena!

Wenn man mir rechtzeitig Bescheid sagt, bin ich auch spontan. In diesem Fall reichten 2 Stunden. Nicole hatte noch karten für das Gratiskonzert in der Köln ...äh..LanxessArena und Dana, Daria und ich eilten hin. Bläck Fööss, The Bosshoss und Nena, was für eine skurile Mischung, dazu noch moderiert von Atze Schröder. Nun gut. Und schließlich war ich noch in der größten Veranstaltungshalle dieser Republik! Das allein wäre schon Grund genug gewesen.
Znächst wurde der Vorstand von Lanxess und unser OB auf die Bühne gebeten- und wir fragten uns gleich an welchem chemischen Stoff dieser Vorstand wohl geschnüffelt hatte. Oder waren es wohlmeinende Berater? So oder so, betont witzig ist eben meist das Gegenteil. Wie Aufziehmännchen sprangen die Herren auf und ab und wollten uns erklären wie unglaublich toll es nun ist, dass diese Firma nun der KölnArena einen neuen Namen verpasst hat. Auch der OB versuchte den Schritt zu rechtfertigen- aber ich kann nur sagen: Thema verfehlt, Ihr Lieben! Es ist und bleibt für Kölner und sogar für Zugereiste ohne jegliche emotionale Bindung zu dieser Stadt die KölnArena, egal wieviel Geld Ihr da reinpumpt So. Punkt.
Nach einer recht kurzweiligen Einführung unseres Moderators kamen dann die Bläck Fööss auf die Bühne und schon vor dem ersten Ton waren die Kölschen außer Rand und Band. Lieder, die sogar mir eine Gänsehaut bescherten (und bei Du bes die Stadt und dem Dudelsackgedudel hörte auch Ostfriesland übers Handy mit) und so seltsame Gassenhauer (man mag es mir verzeihen, damit kann ich eben nichts anfangen) wie dem "Bickendorfer Büdchen". Bei letzteren sprangen die Damen vor uns auf wie die Erdmännchen auf Duracell und hüpften nur noch. Es ist schon seltsam in dieser Stadt, Frohsinn auf Kommando. Ich kann auch nach 14 Jahren am Rhein oft nur den kopf schütteln. Aber die Jungs auf der Bühne wussten was das Publikum erwartete - und haben alle zufrieden gemacht. Anschließend kam, nach einer kurzen Moderation von Atze, The Bosshoss auf die Bühne. Ich höre die Jungs eigentlich ganz gerne, aber die Akustik im Oberrang lässt in dieser Halle mehr als zu wünschen übrig. So kam leider nur das hohe Geschrammel bei uns an. Alles in allem aber eine gute Performance und wir waren uns einig: "Hoss, wir wollen ein Kind von Dir!" Mann, ist DER sexy. Puh. Pause mit Bratwurst und Senfflasche melken und dann sollte Nena folgen.

Liebe Gabriele Kerner aus H., Sie haben leider gar nichts kapiert. Die Menschen waren hier für ein kurzweiliges Gratiskonzert, es war kein Nena-Konzert mit eingefleischten Fans. Und deshalb hätten Sie gut daran getan, wenn man jedes zweite Lied gekannt oder zumindest erkannt hätte. Aber Sie haben nicht verstanden, dass wir eher Hagen als Hamburg wollten, keine Kunst sondern Mitgröhl-Kommerz!
Ihr Kozept einer demokratischen Schule mag ja irgendwo auf der welt okay sein, aber wenn man jemanden schon nach wenigen Minuten anmerkt, dass er so gar keinen Bock auf uns als Publikum hat und dann den Basisdemokratischen raushängen lässt ("Wollt Ihr machen, was Ihr wollt? Dann macht das! Jeder ist selbst für sich verantwortlich." ach nee! "Es liegt an Euch, was Ihr hier erlebt."), dann möchte man Ihnen zurufen "Mach Deinen Job und mach ihn gut". Es lag eben nicht an uns, wir waren willig, wollten Spaß und Rock ´n Roll, aber mit geseufzten Liedern ohne Wiedererkennungswert leerte sich die Halle eben schnell.

Ich muss dazu sagen, dass ich Nena in den 80ern nicht ausstehen konnte, dieser rotzige etwas unartikulierte Gesang war nicht meins und wenn ich an die Bravo-Poster mit den durchgeschwitzten Achselhaaren denke....Brrrr...Menschen meiner Generation wissen, was ich meine! Als dann 2003 das Album "Nena feat. Nena" rauskam, fand ich das gar nicht übel. Ehrlich. Ist in meinem Besitz. Aber bei dem Konzert kam davon sehr wenig rüber. Und die 90er waren eben einfach nicht die richtigen Jahre um einen Song nach dem anderen aus dieser Zeit über die Bühne zu seufzen. Das konnte auch die Tochter, die süß ist aber etwas authistisch über die Bühne hopste, nicht retten. Als Nena die Halle beinahe leer gesungen hatte (wir hielten durch, wohl auch aus Mitleid) und lediglich zum vermeintlichen Abschluss mit einem rockigen "99 Luftballons" noch mal Publikum aus dem Foyer reinlockte, dankte sie anschließend artig vor allem denen "die durchgehalten haben". Ja, das kann man so sagen, Frau Kerner. Nun denn, auch wenn niemand wirklich danach verlangte, es kamen noch zwei Zugaben- das lang ersehnte "Irgendwie irgendwo irgendwann" und "Liebe ist..", der "Verliebt in Berlin"-Titelsong. Die Frau kann rocken, das durften wir da noch erleben, schade nur, dass sie es so lange nicht getan hat. Am allerschönsten war aber ohnehin der glitzernde Flitterregen am Ende (das wollte ich doch schon immer mal!)! Ach ja, und 2008 ist sie wenigstens unter den Armen rasiert. Ehrlich, ich habs gesehen!

edit: die Stimmen der Besucher nach Ende der Veranstaltung waren uns wie aus dem Mund gesprungen: "Mann, war Nena schlecht!". Nicht verstehen konnten wir hingegen die Dame, die rief:"Und wo waren jetzt die Toten Hosen als Special Guest? Und dafür hab ich Nena ertragen!" Glaubt die wirklich, dass die Hosen aus der verbotenen Stadt hier nach Köln kommen um einen Chemiekonzern und dessen Kommerz zu feiern? Nöööööö.

Dennoch, wir danken Nicole herzlich dafür, dass sie an uns gedacht hat, denn Spaß hatten wir trotzdem!
Ach ja, der Autor des hier hinterlegten Berichtes war, glaub ich, in ner anderen Halle!

Keine Kommentare: