Sonntag, 27. Juli 2008

Wandern in der Eifel - unfreiwillig aber schööön


Es reifte einst ein Plan in den Köpfen von ein paar Bürohockerinnen- diesen Sonntag gehen wir mal raus. Man könnte doch in die Eifel fahren, ein bisschen paddeln, Kaffee und Kuchen und wieder heim. Tim als Strohwitwer wollte uns Hühner auch gerne begleiten- eine Entscheidung, die er hoffentlich nicht bereut hat. Er schlug vor, den Tag mit Grillen ausklingen zu lassen. Gesagt getan - beinahe hätte es geklappt. Aber von vorne... Bei noch trübem aber schwülem Wetter brachen wir in Köln bei mir auf um Tim in Klettenberg einzusammeln. Bereits auf der kurzen Strecke hatten wir schon beinahe Bauchweh vor Lachen. O-Ton: "Nein, ich schreie nicht im Auto rum, ich warte eher ab." "Na, die anderen warten wohl eher auf Dich und schreien!" Kaum in Heimbach angekommen, stellten wir schon an der menge und der Auswahl des Gepäcks fest, dass wir wohl alle unterschiedliche Erwartungen an den Tag hatten. Ich hatte die Wanderschuhe an, Rucksack dabei, nur für den Fall, dass ich beim Paddeln (hab ich schließlich noch nie gemacht) in Kontakt mit Wasser kommen sollte, sah ich alt aus. Verena hatte versehentlich alle kurzen Hosen ihrem Freund mit in den Urlaub gegeben und erfreute uns somit in Röckchen und mit güldenen Sandalen aber mit Wanderrucksack , Dana war wohl eher auf Schwimmen eingerichtet und hatte zwei Badetücher und Bikini mit in der Strandtasche und Tim...na, der wollte offensichtlich einfach mit. Sonnenbrille und festes Schuhwerk, aber weder Kopf- noch Sonnenschutz. SO stapften wir vier also los zum Bootsverleih am lauschigen Teil des Sees. Schon auf dieser kurzen Strecke stellten Dana und ich keuchend fest, dass es in der Eifel recht bergig zugeht, dass Esel Rittersport-Schoki zwar essen, aber nicht essen sollten (das hab ich versucht der Dame zu erklären, aber sie war beratungsresistent - die Esel hats gefreut) und dass Tim Orte, an denen lautstark Eros Ramazotti aus dem Lautsprecher brüllt schon an sich skuril sind. Die Boote schienen ihm auch wenig vertrauenserweckend und so beschlossen wir doch eher dem Bootsverleih am Rursee selbst einen Besuch abzustatten.

Aber statt das Auto zu nehmen, meinte unsere goldbeschuhte Wanderfee Verena, dass es doch nur ein Dreiviertelstündchen zu Fuß sei. Angesichts ihres Schuhwerks hab ich ihr geglaubt, dass die Strecke ganz bestimmt nur gradeaus gehe und so machten wir uns im Entenmarsch auf den weg- immer am Seeufer entlang. Unbekannte Pflanzen, Salamander und sengende Mittagshitze begleitete uns, aber wir sind doch gleich da und der Weg war ja auch weitgehend schattig. Vorbei am Jugendstil-Kraftwerk folgten wir der Beschilderung. Hätten wirs mal gelassen, denn so führte uns ein Weg recht steil bergan.

Aber das ist sicher gleich hinter der nächsten Kurve vorbei, oder? Ein uns entgegenkommender Mann, völlig unverschwitzt und erholt dreinschauend nahm uns diese Illusion aber schnell. "Es geht immer bergauf, immer bergauf..:" Ja, recht hatte er. Dana und ich haben ganz schön geflucht. Wandern ist schließlich super, aber doch bitte nur gradeaus und nie Berg hoch! Irgendwann, kurz vorm Hitzschlag erreichten wir endlich eine vielbefahrene Straße und sahen die Masten von Segelbooten- endlich! Der Rursee! Wir wurden immer schneller. Tim fand es zwar diesmal nicht skuril sondern einfach touristisch scheiße, aber egal, ab zum Bootsverleih. Und da gab es nur noch Segelboote und die machen bei totaler Flaute nun so gar keinen Sinn. Kanadier, Ruderboote, selbst Tretboote - alles ausgeliehen. Was nun, wir wollten doch schließlich auch noch Grillen in Köln... Touri-Bahn oder Taxe? Neeeeee. Wir doch nicht. Alles wieder zurück, schließlich konnte es doch nur noch bergab gehen. Stimmte weitgehend auch, allerdings hatten wir alle den Weg ein wenig kürzer in Erinnerung. Als wir endlich wieder den ersten Bootsverleih erreichten, wo es Kuchen für 1,70 € und einen halben Liter Bier für 1,50€ gab, hat Tim uns aber schnell desillusioniert. "Ihr wollt doch jetzt nicht auch noch Kuchen essen?!" Naja, irgendwie... na, dann aber ein Eis auf dem Parkplatz. Das wurde uns gestattet und wir Mädels wurden alle eingeladen, wahrscheinlich aber nur weil in dem Eiswagen die hübscheste Eisverkäuferin der Nordeifel tätig war.

Müde und von a-ha-Klängen von Kassette (sic!) machten wir uns auf den Weg nach hause. Schnell noch frischen Salat gemacht, alles in den Bollerwagen und ab in den Beethovenpark. Kaum hatten wir den Grill angeschmissen fing es an zu donnern und kurz darauf auch zu regnen. Aber das konnte uns nach unserer unfreiwilligen, aber wunderschönen und lustigen Wanderung doch nicht mehr stoppen! Nee. Alles unter den Baum und lecker gegrillt. Noch ein bisschen Frisbeeunterricht zum Schluss und um 20.30h geschafft aber glücklich unter der Dusche und dann aufs Sofa. Mal schauen wie wir uns morgen fühlen, die Wanderung umfasste zwar nur ungefähr zehn Kilometer, aber die Bergziegenetappe für uns Ungeübte hat uns doch geschlaucht, die sengende Sonne (wo waren da die versprochenen Unwetter?!) tat ein Übriges. Wir werden richtig gut heute schlafen!

Und dann war da noch: die Frage, ob es muslimische Pferde in der Eifel gibt - in Danas Tasche findet sich sicher auch eine Küchenmaschine - Eifeler Damen baden oben ohne und in weißen Riesenschlüpfern und bieten damit wieder einen eher skurilen Anblick - zwei der Damen hatten Wechselschuhwerk dabei - wer braucht schon TomTom wenn wir auch TimTim und SivSiv an Bord haben? - und dann macht es zischzisch und der Grill ist aus.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

- in Danas Tasche findet sich sicher auch eine Küchenmaschine - hi hi hi ich glaub Dana ist in Wirklichkeit Mary Poppins! ;-)