Sonntag, 30. März 2008

Back to the roots - Worpswede


Worpswede- mein Vater hat einen Teil seiner Kindheit dort verbracht und ich demnach auch, immer dann, wenn wir auf seinen Spuren wandelten oder Familie dort besuchten. Schön fand ich es dort immer, das Teufelsmoor mit seinem rauhen Charme, die zahllosen Birken überall, der Barkenhoff, das "Café Verrückt", der von mir schon als Kind geliebte Bonze des Humors und vor allem natürlich bei jedem Schritt Heinrich Vogeler- übrigens bis heute der einzige aus unserer Familie, der wirklich etwas mit einem Pinsel anzufangen wusste.


Nun war es nach Jahren mal wieder soweit- mein Patenonkel (der beste, den man sich wünschen kann im Übrigen, aber das nur am Rande)wurde 65 und seine Familie hatte anläßlich dieses Ereignisses zu einem Wochenende in Worpswede geladen. Ein wunderbar warmes Gefühl bei den Stegleuten (wie mein Vater immer sagt) zum engsten Familienkreis gezählt zu werden. Ganz gemäß Tucholsky: "Freundschaft, das ist wie Heimat." Ist auch und grade in diesem besonderen Falle so.
Ich habe mich also sehr gefreut- nicht nur weil ich viel zu lange nicht in Worpswede war, sondern vor allem weil ich Matzi und seine Familie so lange nicht gesehen hatte. Shirin hatte ein wirklich traumhaftes Hotel mit einem erstklassigen Ambiente, Service und Essen für uns herausgesucht, nach vielen schier endlos trüben Tagen war uns sogar Petrus wohlgesonnen und belohnte uns mit strahlendem Sonnenschein bei typischem Worpsweder Wolkenhimmel. Was soll ich sagen: alles, wirklich alles war perfekt, einfach wunderschön! Das Dorf, die Kunst und vor allem die Menschen, mit denen wir das diesesmal genießen durften. Obwohl schon viele Führungen dort mitgemacht, schaffte Frau Müller es, selbst uns alte Künstlerkolonie-Hasen mit netten Anekdoten und mancher Erklärung zu überraschen, zu überzeugen. Wie wohltuend wenn man nicht vor jedem der schier zahllosen Kunstwerke stehen bleibt, sondern die richtige Auswahl trifft, wie angenehm, wenn man nicht insistierend immer und immer wieder gefragt wird "Dieses BLAU!!! Was will uns der Künstler mit diesem BLAU sagen?!" Nur nebenbei: Damals wäre ich beinahe aus der Haut gefahren und hätte am liebsten gerufen: "NICHTS! Er hat es genau so gesehen!" Aber meine gute Erziehung verbot mir damals, dem Herren schlichtweg an den Hals zu springen. Vergessen habe ich ihn allerdings nie- und das bedeutet nun mal nicht immer etwas Positives.
Frau Müller hat das am Samstag alles wettgemacht und so wird uns dieser Rundgang durch die kleine bezaubernde Zions-Kirche, zum Grab von Paula Modersohn-Becker, über den Barkenhoff und durch die große Kunstschau immer an einen großartigen Samstag erinnern. Danke, Frau Müller!



Abends haben wir bei einem wirklich phantastischen Essen, dank einer sympathisch-kompetenten Bedienung ("Genießen Sie es!") einem oder mehreren guten Tröpfchen und viel Lachen in den besonderen Geburtstag reingefeiert - und die Älteren unter uns haben uns gezeigt, dass man auch bei einer Uhrumstellung nachts nicht vor 1 Uhr in die Federn muss.

3 Kommentare:

Zimthuhn hat gesagt…

oh ist das da schön!!!!!! dann bin ich mal gespannt, ob wir es da mal hinschaffen ;-)

tottinho hat gesagt…

Ist es schlimm, wenn ich erstmal die Wikipedia bemühen musste um rauszufinden wer Heinrich Vogeler war?

Zornröschen hat gesagt…

Nö, das muß man nicht wissen- auch wenn die Worpsweder das anders sehen werden... ;-)