Mittwoch, 28. November 2007

Vienna meets NY meets Winnipeg - Konzert "Weakerthans"


Im Sommer 2006 hab ich die Weakerthans (Tipp von Marco, danke dafür!!!) zum ersten Mal live gehört, wenn auch nicht gesehen. Als nun ein Konzert hier in Köln anstand war für Elisa, Marco und mich gleich klar: „Da müssen wir hin!“ Und was soll ich sagen: Großartig war´s!

„Unsere Welt braucht Dich.“
Zunächst überraschte mich eine Vorband namens Jonas Goldbaum aus Österreich, voller Spaß auf der Bühne, gute Texte, sehr sympathischer Sänger. ;-). Österreicher können also mehr als jodeln, definitiv!!! Bisschen wie Sportfreunde Stiller meets Tocotronic, nur lauter, rockiger, dennoch ganz eigen- also meins.
Ich habe mir später noch die CD gekauft und hätte sie sogar noch signieren lassen können, da die Band sich nach ihrem Auftritt unter das Konzertvolk mischte- wenn, ja wenn ich denn diesmal wie sonst doch immer einen Stift gehabt hätte.
Fazit 1: Unbekannte Bands können auch positiv überraschen und demnächst immer Schreibwerkzeug zur Hand!

Mir fehlt da was.
Dann spielten „House & Parish“ auf, eine Band aus New York City. Post-Emo nennen die ihre Musik, jedes Bandmitglied war schließlich auch schon in anderen erfolgreicheren Bands zuhause. Hm. Die Musik war gar nicht mal so schlecht, aber der fehlende Enthusiasmus, der Mangel an Begeisterung für das eigene Tun ließ Elisa und mich zum gleichen Schluß kommen: „Die Musik ist ganz gut, aber ich mag die nicht.“ Tja, sorry Jungs, mehr kann ich dazu nicht sagen!
Fazit 2: Ohne Spaß an der Sache ist alles nix.
"You swim through frequencies”
Und dann kamen sie endlich, die Jungs aus Winnipeg.
Sofort kochte das ausverkaufte Bürgerhaus Stollwerk. Und meine Befürchtung, es würden vielleicht zu viele des doch eher ruhigen aktuellen Albums „Reunion Tour“ gespielt, war völlig unnötig. Uns erwartete eine herrliche Mischung aus absolutem Los-Rocken und etwas wehmütig-stillen- Tönen- Lauschen. Ich wundere mich nur, woher die ganzen Menschen diese Band kennen, die für mich immer wie ein Geheimtipp anmutete.
Allerdings habe ich auch jetzt erst ein paar Platten- und Konzertkritiken über sie gelesen, sonst wäre mir einiges klar gewesen.
Auszüge gefällig?
„Die Weakerthans machen sprachlos. Es ist schwer zu begreifen, wie die Polit-Attitüde des Punk, die Catchiness des Pop, die Verspieltheit des Country und die Intelligenz eines Einstein auf einer einzigen Platte, in einer einzigen Band Platz finden. Und wie John K. Samson mit seiner niedlichen Chipmunks-Gedächtnispreis-Stimme all die Songs in Geschenkpapier einwickelt. Man muß sie nur vorsichtig auspacken. Acht geben, daß nichts kaputt geht. Und findet darin Freunde wie "Uncorrected proofs" oder den Titelsong, die einem ein Leben lang treu bleiben. Man weiß plötzlich, worum es geht. Um Wiedererkennung. Und um neue Horizonte. Die Weakerthans entdecken Seiten, von denen man nicht einmal gewußt hatte, daß sie existieren. Man kann nicht anders, als den Weakerthans ihre eigenen Worte entgegenzuschreien: I'm so glad that you exist!“ [Quelle]

„Meine letzten zwei Weakerthans-Konzerte gaben mir das Gefühl, nie im Leben ein Coldplay- oder U2-Konzert besuchen zu müssen. Wenn Pathos jemals passiert, dann bei den Weakerthans.“ [Quelle]

„Rein instrumental erfinden sie die Musik nicht neu. Aber die Symbiose aus Instrumenten und Text eröffnet einen neuen und unvoreingenommenen Blick auf die eigene Lebenswirklichkeit. Ein kindlicher und doch weiser Blick, umarmt von Bläsern und sanft gezupften Gitarrenseiten. [...]Ein zufriedener, melancholischer und verträumter Gesichtsausdruck während und nach dem Konzert ist garantiert.“ [Quelle]

Den Gesichtsausdruck hatte ich wohl auch und man möchte nach dem Abgang der Band sich einer ihrer Textzeilen bedienen und rufen: "Small request, could we please turn around?"
Fazit 3: Nochmal von vorne bitte und dann für mich noch „One great city“! Danke.


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