Samstag, 10. November 2007

Kein Zurück mehr und ein seltsamer Plan

Er kommt, jetzt führt kein Weg mehr zurück - der Winter. Der goldene Herbst, den ich so mag, blieb ähnlich kurz wie der Sommer und nachdem den letzten eisigen Tagen doch immer noch recht milde folgten, glaube ich jetzt nicht mehr dran. Warum auch, es gibt untrügliche Zeichen, dass das Jahr nicht mehr alt wird.
Vorgestern ritt St. Martin an meinem Fenster hier vorbei, gefolgt von hunderten singenden Kindern, Fackeln und Laternen und einer Blaskapelle. Als ich dann heute in die Stadt musste war es nicht nur kühle 7 Grad, es roch sogar schon ein wenig nach Winter. Aber mir gefällt das und so ließ ich mich noch eine ganze Weile von dieser Stimmung treiben. Das Ergebnis? Ein neuer Mitbewohner (der aber nicht lange seine Freude hier haben wird), der Weckmann verliert spätestens morgen früh seinen Kopf. Rosine, die himmlische Schwester, ist zurück nachdem ich sie mit dem Staubsauger vom Regal gefegt habe und der gleich versehentlich ihren Kopf schluckte. Die erste Frauenzeitschrift mit Plätzchenrezepten hat Einzug in mein Wohnzimmer gehalten, aber braucht man wirklich Weihnachtsplätzchen mit Olivenöl, Pfeffer oder schwarzem Tee? Wo ist das Buttergebäck, die Kokosmakronen...? Wir werden sehen, was von dem modernen Zeug wirklich in den kommenden Wochen in meinen Backofen kommt.
Schlußendlich habe ich nun auch schon den üblichen Moleskine-Kalender fürs nächste Jahr, bei den ganzen Terminen in der nächsten Zeit kann ich den jetzt schon gut gebrauchen, 2007 ist ja quasi ausgebucht. Ein Gang durch eine Buchhandlung ist ja für mich immer eine gefährliche Angelegenhet, weil ich so leicht dem Kaufrausch verfalle ("oh, das wollte ich ja auch immer schon mal lesen..")- und dabei hab ich noch ungezählte ungelesene Seiten im Regal stehen. Also heute mal Disziplin, Frau Vogeler! Aber es reifte ein seltsamer Plan in meinem Hirn. Eine ganze fernsehfreie Woche um endlich mal wieder zum Lesen zu kommen. Ob ich das durchhalte? Sonst gucke ich ja wirklich jeden Mist und in letzter Zeit lief das Ding nur nebenher und ich habe überhaupt nicht richtig hingesehen. Trotzdem, leicht würde es nicht. Aber der Gedanke gefällt mir immer besser. Andere fasten, ich lass die Glotze aus. Das Telefon ist es schon eine Weile, wer den ganzen Tag telefonieren muß vermisst ja nicht mal was.
Und ich gestehe- der Fernseher läuft auch just in diesem Moment wieder. Da höre ich in den Nachrichten von der Sturmflut gestern im hohen Norden, von der aktuellen Unwetterwarnung für Bayern, 1 Meter Neuschnee soll da heute nacht fallen. Da wird mir so kalt, dass ich jetzt Kerzen anzünde, die Lebkuchen raushole und mir eine Kanne Tee koche und dann die Fernsehzeitung studieren werde, ob sich die nächste Woche wohl schon für meinen seltsamen Plan eignet *grins*- und danach kann ich endlich ein Buch in die Hand nehmen. Manchmal liebe ich den Winter...

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

*seufz*
...Für das alles liebe ich den Winter auch...Marzipantee auf dem Stövchen, Kerzen von Ikea, Duftkerzen aus der Landmannstrasse, Plätzchen von Mama, gute Bücher aus der Mayrischen, kuschelige Decke...was will man mehr...höchstens die Gedanken an das kommende Frühjahr!
Schönes Wochenende :-)

Zornröschen hat gesagt…

Mmhhjam, recht hast Du, Silke! Marzipantee! Den muss ich noch besorgen. Wünsche Dir auch einen kuscheligen Vor-Winter!