Also wieder raus aus der Reihe der Wartenden, schließlich kriegte ich langsam einen Krampf ins Bein vom vielen Stop and Go. Hm, vielleicht ist die Mülheimer Brücke ne Idee und dann in großem Bogen die Innere Kanalstraße umfahren. Als ich dann endlich nach ca. 1,5 Stunden (jaja!) die andere und für mich richtige Rheinseite erreichte, hatte ich noch zwei weitere Unfälle gesehen und besonders der offensichtlich genervte Fahrer des BMWs, der auf einem auf der Länge von 100m total leeren Gehsteig so lange zurücksetzte bis er mit Schwung eine Laterne umgefahren hat, tat mir ehrlich leid.
So, richtige Rheinseite, da wieder Stau. Macht ja nix, gleich kommt meine Abfahrt. So weit so gut. Okay, mein TomTom lag zwar sicher und trocken zuhause, aber den Weg nach Neu-Ehrenfeld zu finden kann ja nicht so schwer sein. Dachte ich. Ich hätte es besser wissen müssen, hatte ich mich doch schon einmal in Köln so verfahren, dass ich mir daraufhin dieses Wegfinde-Gerät angeschafft hatte. Im Dunklen (und das war es inzwischen) sehe ich ohnehin nicht gut, wenn dann Straßenschilder Mangelware sind und selbst die Köln-Stadtteil-Schilder bis zur Unkenntlichkeit verblichen sind, wird es noch schwerer. Es kam wie es kommen musste, total verfahren. Ist das wirklich Köln? Mann, hier war ich schon mal, aber das ist 6 Jahre und eine enorme Bautätigkeit her. Nichts sieht mehr aus wie früher. Irgendwann dann mit einem Umweg von unzähligen Kilometern endlich zuhause. Jetzt nur noch einen Parkplatz finden, und wenns nicht anders geht, dann eben vor unserer Garage. Aber ausgerechnet heute hatte ich alle unfähigen Parker in meinem Viertel, mindestens sechs Dreiviertelparkplätze...Grrrr. Auch vor der Garage, nix mit Notparkplatz. Nach der dritten Runde um den Block noch von einem LKW, der just nun entladen werden wollte und damit gleich zwei Straßen versperrte später, endlich ein Plätzchen für meinen Corsa. Es war 20.20 Uhr als ich meine Wohnungstür hinter mir schließen konnte.
Was soll ich sagen, fassen wir zusammen: kränkelnd, TomTom-los und nachtblind, damit völlig orientierungsfrei nach 3 Stunden Heimweg (in der Zeit fahr ich normalerweise nach hause nach Ostfriesland!), 3 Zigaretten (im Auto, wo ich sonst nie rauche, und schon gar nicht mit Erkältung und Halsweh) und ungezählten lauthals gebrüllten Flüchen (gut für den schmerzenden Hals!) jetzt endlich auf dem Sofa. Noch ne Horror-DVD in den Player, die kalten, verbrannten Pizzareste von heute mittag - schocken kann mich heute eh nichts mehr...zu meinem Glück würde jetzt nur noch ne Monsterspinne in meinem Zuhause fehlen. Es ist doch gut, dass die Waffengesetze in Deutschland sind wie sie sind, heute hätte ich Michael Douglas in "Falling Down" alle Ehre gemacht...
Bleiben mir abschließend nur zwei Zitate aus dem genannten Film:
"Ich bin an dem Punkt angelangt, wo ich nicht zurück kann. Weisst du was ich damit sagen will?... Ich bin an dem Punkt meiner Reise angelangt, an dem der Weg an den Anfangspunkt weiter ist, als der Weg zurück!"
und noch treffender:
"Ich will nur nach Hause!"
edit: Einen Tag später. Extra für TomTom noch mal zurück gegangen. Nee, nochmal vergess ich das Ding nicht. Wieder um 17.30 Uhr in Gremberghoven los und einmal dreckig über die gelacht, die todesmutig doch nach Deutz reinfuhren. Ob die vielleicht gar nicht wissen....? Naja, egal. Lieber ein paar Minuten Stau Richtung Severinsbrücke. Aber total relaxt, schließlich KANN es gar nicht so schlimm werden wie gestern. War´s auch nicht. Heute nur ne knappe Stunde gebraucht, für ne Strecke, die sonst in 20-25 Minuten zu schaffen ist. Wenn diese kleingeistige Stadt wenigstens nicht grade wenn die Riesenmesse ist an wirklich JEDER Ecke Baustellen eingerichtet hätte. Wäre das nicht zwei Wochen früher gegangen? Doch, bestimmt. Aber eben nicht in Köln. Und wer nun glaubt danach würde alles besser, sei eines besseren belehrt. Die unzähligen Schlaglöcher haben immer noch eine Tiefe von bis zu 4cm. 
Und warum zum Teufel haben die das nicht gestern schon geschrieben?!?
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