Der bergische Wettergott war uns hold und so starteten wir am Samstag bei herrlichstem Wetter ins Bergische. Treffpunkt mit Dana war Deutz und während wir dort warteten hatten wir ein bisschen Angst nach unserem Preis gefragt zu werden. Gut gelaunt ging es weiter nach Much, schlappe 40km von zuhause und doch gaaanz weit weg. Empfangen wurden wir im Sport & Aktiv-Hotel Lindner sehr freundlich von einer verkappten Stewardess, die uns außer mit den Zimmerschlüsseln gleich mit derart vielen Informationen versorgte, dass uns Angst und Bange wurde und wir nur noch auf den Hinweis warteten „Die Schwimmwesten finden Sie unter den Sitzen!“
Dann bezogen wir unsere Zimmer im Gartengeschoß- sehr euphemistisch ausgedrückt, ich hätte es Keller genannt. Aber egal, wir wollten ja schließlich sporteln und vor allem anderen uns entspannen- und das bei strahlend blauem Himmel sicher nicht im dunklen Zimmer. Da konnten Anja und Simone nicht mal die achtbeinigen Mitbewohner stören. Aber der Weg in unsere Zimmer war lang und beschwerlich und wir hätten TomTom gut gebrauchen können, er hätte aber sicher wieder geantwortet mit „Schlechter GPS-Empfang- befinden Sie sich in einem Gebäude?“ Ja, irgendwie schon....
Jetzt wollten wir einen kleinen Snack zu uns nehmen, mussten dafür aber den Weg in den Sportbereich antreten. Dort erwartete uns die wenig luxuriöse Atmosphäre eines gewöhnlichen Schwimmbadimbisses, aber da wir wirklich Hunger hatten, war uns das egal. Wir haben doch Urlaub! Geordert haben wir ein Stück Kuchen für Dana (Kommentar der Bedienung „Da muss ich aber in den Keller!“ Na und?!?), ein Tomate-Mozzarella-Sandwich für Simone und Flammkuchen für Anja und mich. Der Flammkuchen war okay, der Kuchen war auch essbar, aber Simones Bestellung ließ uns erschauern. Der weiße Toast war zwar hart da alt, aber ungetoastet, der Mozzarella blieb auch außerhalb des gelben Sonnenschirms farblich bedenklich und war außerdem ohne einen Hauch von Butter oder gar Pfeffer und Salz zwischen die Brotscheiben gepresst. Dafür entdeckten wir ein Haar, das es sich auf dem Käse gemütlich gemacht hatte. Das war nun sogar für unseren Humor zuviel und wurde umgehend in die Küche (?) zurückgeschickt. Der Käse hat nun aber zumindest einen neuen Namen bei uns „Motz-arella mit H“ (oder Haar). Da half es nur wenig, dass Simones Getränk aufs Haus ging, vor allem, da sie durch ihr doch großzügiges Trinkgeld das schnell wieder wett gemacht hatte.
Also schnell in die Badeanzüge, Hotelbademäntel drüber und Handtücher unter den Arm geklemmt und los ging es Richtung Poolbereich und Liegewiese. Wir haben dann noch ein bisschen die Sonne und den herrlichen Blick ins Bergische genossen, sind ein paar Bahnen im sogenannten Panoramabad geschwommen (das Panorama haben wir nur stehend im Whirlpool erahnen können) und haben uns anschließend, aufgehübscht über das Barbecue-Büffet hergemacht. Ein erschreckter Blick in die Brasserie, aus der „Sie liebt den DJ“ und „Satisfaction“ dröhnte und Paare im Diskofox über die Tanzfläche schoben und alleinreisende Damen in Birkenstocksandalen alles gaben. Das war nichts für uns! Abschließend wurde – wie einst auf Klassenfahrt- Mädelsabend bei Simone und Anja im Zimmer gemacht. Der mitgebrachte Rotkäppchensekt und die Schoko-Crossies halfen uns dann dabei den Tag und die gemachten Erfahrungen Revue passieren zu lassen. Lustig war´s und wir fielen anschließend todmüde in die viel zu weichen Kissen.
Und dann war da an Tag 1 noch: Der Model und das Freak - Andrea Berg und ihre Liedzeile „Ich würd' es wieder tun mit dir heute nacht“ wurde von einem johlenden Kegelclub mit lauthals gestöhntem „Ja! Ja! Ja! beantwortet – Discofox für Ü30+ - Dana Mottentod und Anja Spinnennetz - ein Paviankistenbadeanzug - Simone trifft bekanntes, aber ungern gesehenes Gesicht, Anja trifft Nicole Kidman im TV, mit Fahrradschläuchen im Mundbereich - zu viel Natur für Städter auf der Wiese - wer ist Tapsy Tanja? - Anja „Tappi“ fotografiert am liebsten ihre Strümpfe- Photoshop als Universallösung - alle hassen Gülcan – Simones Michael Wendler singt zwar „Sie liebt den DJ“, für uns galt das leider nicht – Siv hat als einzige nur ne Kinderkarte von ihrer Bank – „Ich könnte mich nicht in mich verlieben, ich bin einfach nicht mein Typ!“
Tag 2 der Erholungsoffensive startete mit einem Frühstücksbüffet. Unser Wunsch einen Tisch draußen zu reservieren war mit einem „Wir können Ihnen zwar einen Tisch reservieren, aber nicht garantieren, dass der im Außenbereich ist“ abgetan worden, komischerweise fanden wir dort aber auch zahlreichen Tischen „Reserviert“-Schilder. Der Kaffee war auch nicht besser als der Gästekaffee im Büro, aber wir ließen uns die Laune einfach nicht verderben. Als ich vorschlug direkt nach dem Frühstück Liegen zu belegen wurde das erst lachend damit abgetan, dass wir ja schließlich nicht zur Malle-Handtuchfraktion gehörten (wäre auch lustig geworden, haben doch alle die gleichen...), aber letztlich war es eine gute Entscheidung das doch zu tun, denn die letzten vier Liegen wurden so unsere. Schön in Positur gebracht, direkt am Zaun zum angrenzenden Feld und mit weitläufigem Blick über die schöne Landschaft des Oberbergischen Kreises. Dana und ich wollten dann schnell unsere Sachen holen, während Simone und Tappi auf unsere Liegen aufpassen wollten. Als wir zurückkamen fanden wir Simone auf der Liege vor, einen Pullover über dem Kopf. Dummerweise wurde auf dem Feld genau an diesem Tag (Sonntag!) das Heu gewendet und das ist für eine Heuschnupfengeplagte nun wirklich nicht so richtig erholsam. Aber egal, sie hielt sich tapfer und so genossen wir die Sonne, den angenehmen Wind, Musik auf den Ohren, Zeitung und Buch vor der Nase. Ein kurzer Blick in die Aqua-Gymnastik-Stunde zeigte uns schnell, dass unsere Teilnahme lediglich dazu führen würde, dass dem Poolbereich der Titel „Wegen Überfüllung geschlossen“ verliehen würde. Egal, lassen wir´s eben. Wieder ab auf die Liegen. Am frühen Nachmittag standen ja unsere Stress-Harmonisierungsmassagen an, das ist doch Wellness genug. Wer braucht da noch Sport, wir sind schließlich zum Entspannen hier. Anja kam auch entspannt zurück, Dana sagte nur geheimnisvoll zu mir „lass Dich überraschen“, Simone verzog schon etwas zweifelnd das Gesicht. Die Pulsdiagnose hatte bei allen anderen u.a. Stress ergeben, bei Simone wurden sogar Beschwerden am Knie diagnostiziert, bei mir hingegen reichte es nur zum Kommentar „Sie sind Raucherin“ Und wenn schon. Ich kann nicht behaupten das die Chemie zwischen der Masseuse und mir stimmte. „Sie habens mit dem Rücken“, nein, mit dem Nacken. „Dann muss ich erst in mein Buch gucken“. Mach doch! Die Massagetante merkte beim unmerklichen Handauflegen nicht einmal, dass sie teilweise lediglich meinen Badeanzug „massierte“, aber nicht mich. Nachdem das von mir herbeigesehnte Ende dieser Vorstellung gekommen war, fragte ich vorsichtig, was genau sie denn da gemacht habe, und da erhielt ich ein patziges „Der Mensch hat soundsoviel Körperzonen mit soundsovielen Punkten, die kann man in über 44000 Kombinationen berühren“. Ich war drauf und dran ihr zu antworten „Und welche Punkte liegen auf meinem Badeanzug?!“, aber ich wollte da nur noch raus und schnell wieder in die Horizontale auf meiner Liege, Chillout-Musik auf den Ohren. Leichter gesagt als getan! Kaum durch die Hotelhalle gehuscht, stand ich bei der Brasserie (dem kürzesten Weg zurück ins Glück) vor verschlossener Tür. Okay, dann durch den Poolbereich. Auch abgeschlossen. Zur Rezeption und fragen wie ich denn nun wieder raus käme. Durch die Brasserie war die Antwort und auf meinen Hinweis, dass diese verschlossen sei, erhielt ich nur ein „nee, die ist offen“. Wieder zurück, immer noch zu. Ob es denn durchs Restaurant rausginge. Jaja, klar. Ich also in den Keller, um dann dort vor verschlossenen Türen zu stehen. Ich war entspannt zur Massage gegangen und schon leicht geladen wieder rausgekommen, aber das setzte dem ganzen nun wirklich die Krone auf. Wütend zur Rezeption gestapft um dort zu hören „Ich könnte Ihnen den Schlüssel für den Poolbereich geben, aber dafür bräuchte ich ein Pfand.“ Schon mal ´nem nackten Mann (oder einer bekleideten Frau im Rock) in die Taschen gegriffen? Ich kam von der Massage, mein Handtäschchen hatte ich grade mal nicht dabei. Grummel. Nachdem meine Wut wohl nicht mehr zu übersehen war, wurde ich dann durch eine Küche geführt und fand mich hinter dem Tresen der Brasserie wieder. Von dort gelangte ich endlich nach draußen und merkte grade noch, dass hinter mir wieder abgeschlossen wurde. Die Mädels konnten kaum glauben, was ich da grade alles erlebt hatte. Aber wie immer haben wir jeglichen Ärger einfach weggelacht. Außerdem sollte ja heute Kaffee & Kuchentag sein und wenn wir schon weitgehend auf Sport verzichteten, wollten wir wenigstens sündigen. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass es Kaffee „überall“ gäbe, Kuchen im Sportbistro. Oh nein, da wollten wir doch eigentlich nie wieder hin! Egal, Dana und Tappi trauten sich und kamen fassungslos zurück. Der gleiche Kuchen wie einen Tag zuvor (Obst und Unmengen Gelatine) und Pflaumenkuchen, der auch schon bessere Tage gesehen hatte. Davon insgesamt 6 Stück. Wie sehen dann wohl die Nicht-Kaffee&Kuchen-Tage aus?! Naja, die Mädels versorgten uns zum Trost mit Eis am Stiel- da konnte man wenigstens nichts falsch machen nur kleckern. 
Tappi und Simone zog es dann etwas früher wieder ins Zimmer, Dana und ich folgten als wieder der Heuwender seine Arbeit aufnahm. Also versuchten auch wir unser Zimmer wieder unbeschadet zu erreichen. Brasserie-Tür: Zu. Poolbereich: Zu. Restaurant: Zu. Also krochen wir weiter um die Hausecke und erreichten unsere Zimmer immerhin von außen. Ich hab dann Simone angerufen, um Einlass durch ihr Fenster zu erlangen. Lachend wurde uns dann von einer offenen Tür an der Straßenseite berichtet und so konnten wir auch ohne Klettern wieder das Hotelinnere erreichen. Aber kann es sein, dass die Gäste ausgesperrt werden während Unbefugten Tür und Tor geöffnet werden? Haben unseren Sonnenbrand ein wenig gepflegt und uns dann Richtung Much aufgemacht, denn essen wollten wir in dem ungastlichen Hotel nicht noch einen Abend.
In Much haben wir schnell den „Lindenhof“ gefunden, wo die Bedienung freundlich, die Portionen groß und sehr lecker waren. Zum Abschlussspaziergang um die Kirche noch zwei Kugeln Eis für jede (wo gibts das sonst noch für 1€!). Irgendwie hatte ich wohl gedacht die Mädels noch mit einem Stunt unterhalten zu müssen. Anders ließ sich nämlich nicht erklären, warum ich mir die einzige Lücke im Kopfsteinpflaster aussuchte um meinen „Zwei-Stufigen SloMo-Hofknicks“ zu zeigen. Mit Schwung aufs Knie gefallen um dann vor Schreck noch auf dem Hintern zu landen. Die Hose blieb zwar heil, Schuh, Fuß und Knie nahmen dafür Schaden. Wenn ich nicht so hätte lachen müssen, weil ich bei all dem wenigstens das Eis in sicheren Höhen gehalten hatte, ich hätte wohl geheult. Lang lang ist´s her, dass ich mir wie ein Schulmädchen das Knie aufgeschlagen habe. Hatte ganz vergessen WIE schmerzhaft Schürfwunden sein können. Aber die Mädels trösteten mich zwischen ihren Lachanfällen mit einem Chor aus „Oh“s und „Ah“s. Vor lauter Lachen wär ich dann beinahe noch beim Fotografieren im einzige Brunnen weit und breit gelandet, aber ich danke dem Schicksal, dass es mir das dann doch grade noch erspart hat. Tappi hatte uns ja zuvor schon angekündigt, dass sie froh war, dass wir uns nicht für ein Nudelgericht entschieden hatten, sie würde immer kleckern. Schön zu sehen, dass wenigstens das Schokoladeneis seinen Dienst getan hatte. Also zog sie sich um, bevor wir dann im Hotel zum Abschied mal unseren Begrüßungscocktail eingefordert haben und dabei noch eine Runde Skip-Bo spielten. Dana sorgte zum krönenden Abschluss noch dafür, dass das Umziehen von Tappi völlig überflüssig war, indem sie den Sekt mit Waldfrucht-Zusatz nicht nur über dem Tisch und dem Kartenspiel sondern auch komplett über Tappi verteilte. Wieder viel gelacht und um 22h todmüde in die zu weichen Kissen gefallen. Alles in allem ein schöner Tag.
Und dann war da noch: Umbrella...ella...eh...eh...eh, Hofknicks bedeutet nicht auf dem Hof umzuknicken, in Zigeunersoße sind keine Pilze, Selbstauslöseraufnahmen wollen geübt werden, in Much dürfen Motorradfahrer kein Geld abheben- nicht mal mit Kinderkarte, Simone reagiert allergisch auf Zitronenmelisse und repetiert "Skibböööh" -Rufe, Dings hat nun eine Plumps an ihrer Seite, zahllose weitere Reisepläne, das nächste Mal Steigenberger.
Tappi und Simone zog es dann etwas früher wieder ins Zimmer, Dana und ich folgten als wieder der Heuwender seine Arbeit aufnahm. Also versuchten auch wir unser Zimmer wieder unbeschadet zu erreichen. Brasserie-Tür: Zu. Poolbereich: Zu. Restaurant: Zu. Also krochen wir weiter um die Hausecke und erreichten unsere Zimmer immerhin von außen. Ich hab dann Simone angerufen, um Einlass durch ihr Fenster zu erlangen. Lachend wurde uns dann von einer offenen Tür an der Straßenseite berichtet und so konnten wir auch ohne Klettern wieder das Hotelinnere erreichen. Aber kann es sein, dass die Gäste ausgesperrt werden während Unbefugten Tür und Tor geöffnet werden? Haben unseren Sonnenbrand ein wenig gepflegt und uns dann Richtung Much aufgemacht, denn essen wollten wir in dem ungastlichen Hotel nicht noch einen Abend.
Und dann war da noch: Umbrella...ella...eh...eh...eh, Hofknicks bedeutet nicht auf dem Hof umzuknicken, in Zigeunersoße sind keine Pilze, Selbstauslöseraufnahmen wollen geübt werden, in Much dürfen Motorradfahrer kein Geld abheben- nicht mal mit Kinderkarte, Simone reagiert allergisch auf Zitronenmelisse und repetiert "Skibböööh" -Rufe, Dings hat nun eine Plumps an ihrer Seite, zahllose weitere Reisepläne, das nächste Mal Steigenberger.
Tag 3: Ausgiebiges Frühstück mit "Wepsen", Betteln um schlechten Industriekaffee, und dann auf ins Sauerland. Wir wollten Simones Eltern "überfallen" und Luna abholen. Viele Berge, enge kurvenreichen Straßen, schön ist es da. Legendär guten Kuchen von Voss in Meinerzhagen geholt. Die Menge hätte wohl für alle Einwohner Hardenbergs, Simones Heimatort, gereicht. Liebe Familie Plokarz, das war ein Kaffee & Kuchen-Tag nach unseren Vorstellungen!!! Auf der Rückfahrt noch Sightseeing in Meinerzhagen (ich sag nur Mattenschanze!), was es im Sauerland so alles zu entdecken gibt!
Alles in allem war es wenig Wellness, noch weniger Sport, aber ein super lustiges und entspannendes Wochenende! To be continued, Mädels!
4 Kommentare:
Huhu,
mein erster Kommentar in Deinem Blog! :)) Viele Grüße aus Löbejün - auch von meiner Ma - und großes Kompliment! Meine Ma, Daria und ich sind der Meinung, dass Du diesen Artikel an eine Zeitschrift schicken solltest (und vielleicht auch an Tchibo)???!!! Wir haben uns wirklich kaputt gelacht - echt super Artikel! Wünsche Dir noch schöne Tage und bis denn dann. Dicker Drücker DANA
Danke, danke!!! *rotwerd* Aber ob Herr Tchibo sich für unser Gegacker interessiert?! Aber ein lustig, launiger Brief vielleicht... LG nach Sachsen-Anhalt!!! Wir kommen bald vorbei, warne Deine Eltern schon mal bzgl. unserer zahllosen Reisepläne! *lach*
Was für ein Wochenende!!!
Freu mich schon auf Steigenberger, Holland, RÜgen, Fischland, Löbejün und vieles mehr mit Euch!
die Dings, die Nacken-Rücken-Stress-und-Knie hat
vielleicht warst Du in einem früheren Leben Stuntfrau, Siv? kehren wir nicht in solch supirelaxten Lebenslagen zu unserem eigentlichen ICH zurück? und das in maxiSchwierigkeitsgrad! SloMo in Much!
healiche Story, wenn das mit der Stuntfrau nix wird, werd' doch einfach Journalistin, da bist Du bestimmt prima drin.
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