...oder die Ohren der anderen Teilnehmer? Karaoke, laut der allwissenden Wikipedia "eine beliebte Freizeitbeschäftigung in Asien, bei der Amateursänger zur Musik bekannter Titel singen". Da muß ich Einspruch erheben! Keineswegs amüsieren sich die Menschen nur in Asien dazu, sondern auch mitten unter uns in Köln am Hohenzollernring in der Thai Royal Karaoke Bar und das mit den bekannten Liedern...naja. Ausprobieren wollten wir das ja alle schon mal, Simone und ich machen in diesem "unserem Jahr" sowieso fast alles mit. Als es aber auf den Tag X zuging wurde uns allen doch langsam mulmig. In der KVB summte ich Simone leise ein paar wenige Zeilen eines alten "Ärzte"-Songs vor und bat, mich damit aus der Pflicht zu entlassen. Mein Gesang ist allenfalls Badewannen-tauglich - und ich bin Realist genug, das zu akzeptieren. Simone wiederholte unterdessen gebetsmühlenartig "Ich singe nicht. Ich singe nicht." Dana erwartete uns schon und vorsichtigen Schrittes haben wir die Tür zur Karaoke-Bar geöffnet. Wir wurden sofort mit großem Hallo begrüßt und in den XING-Chor eingereiht- "We are the world" mitgesungen. Das brach ein bisschen das Eis, war gar nicht so schlimm in der Menge zu singen. Dann schnell Cocktails geordert, um uns Mut anzutrinken. Aber auf der Bank sang es sich einfach leichter als auf der Bühne, definitiv. Aber die anderen waren mutig. Nicole traut sich einfach alles und Especially for you könnte in die Karaoke-Annalen eingehen. Gause unterhielt uns mit der Westfalen-Version vom "Griechischen Wein"- "Denn ich fühl die Sehnsucht wieder, in dieser Stadt werd ich immer nur ein Imi sein und allein". Lieder, die ich zwar vom Hören kannte überraschten mich mit ihrem wahren Namen, ebenso wie so manche Textstelle. Ich erinnere nur an meinen jahrelangen, inzwischen legendären Verhörer bei Dschinghis Khans "Moskau". Sang ich doch immer lauthals "Wodka macht die Huren kalt", statt richtig "Wodka trinkt man pur und kalt". (Aber vielleicht kommt ja irgendwann ein Folgeband von "Der weiße Neger Wumbaba" raus und ich kriege endlich den Ruhm, den ich dafür verdiene...) Später dann wagten Nicole, Ellen, Dana und ich uns als Backgroundchor für Marc an Rammsteins "Engel". Aber selbst der kurze Part "Erst wenn die Wolken schlafen gehn kann man uns am Himmel sehn, wir haben Angst und sind allein, Gott weiss ich will kein Engel sein" wirkte irgendwie wenig engelsgleich sondern eher ein bisschen verzweifelt. Bei "Westerland" von den Ärzten wurde es dann etwas besser, aber beim nächsten Mal - und wir sind sicher wieder dabei- sind wir ja schon Semi-Profis und im Zweifelsfall müssen es eben einfach mehr Mai Tais sein.
Aber lustig war´s, viel gelacht haben wir- den ganzen Abend. Gröhlen am Tisch übt ungemein, sorgt aber für eine rauchige Stimme am nächsten Morgen.
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