Sonntag, 15. Juli 2007

Kölner Lichter 2007: Colonia ab urbe condita- Grillerromantik und nächtliches Karaoketraining

Nach langem Hin und Her zeichnete sich ab, dass ich doch am Kölner Lichter 2007-Grillen diverser XINGer teilnehmen würde. Eine kurze Telefonkonferenz zwischen Porz, Vogelsang und Neu-Ehrenfeld später war klar, dass TomTom uns drei Mädels - Simone, Dana und mich- an die Poller Wiesen führen würde, ein bisschen später als gedacht aber immerhin. Nun, auch Simone versteht TomTom nicht auf Anhieb („Abfahrt gradeaus“ verwirrt uns immer noch, weil wir glauben eine Abfahrt könne es nun mal nur links oder rechts geben...naja.), kein rein blondes Problem also. Wir haben es zu Dana geschafft und der Weg zu den Poller Wiesen schien nun auch kein Problem mehr zu sein. Schien. Schon bald wurden wir durch Blechlawinen ausgebremst, durch Meister Propper-Glatzen, die telefonierend lieber den Verkehr aufhielten statt endlich die von uns so sehr ersehnte und riesengroße Parklücke mit seinem blöden Porsche zu füllen. Dana war besonders optimistisch und glaubte von zahllosen Parkplätzen mitten in Deutz zu wissen- am Tag der Kölner Lichter?! Wir haben entfernt einen Platz gefunden, absolutes Halteverbot, aber keinen störend. Die Stadt Köln wird doch nicht sooo fies sein....(edit: sie IST so fies, Knolle bei der Heimkehr) Also unsere Sachen geschultert und los, eine Station noch mit der Bahn (Sorry Simone), weil sich manche Körbe einfach wirklich schlecht tragen lassen und frau durch Grillhunger schon geschwächt war. Anhaltspunkt durch Mayas Anruf war ein riesengroßer Cola-Schirm und ein WDR-Turm. Häh? Schon wieder ein Turm? Na gut. Wir mussten lauthals lachen als wir die Poller Wiesen erreichten- Grillen ist verboten sagt das Ordnungsamt. Macht uns tagelang ein schlechtes Gewissen, das Ordnungsamt. Und was ist das? Die Zeltlager vorm Reichstag früher waren nichts dagegen. Strafzettel für Nichtgriller wären einfacher gewesen. Zelte, Pavillons, Soundanlagen, sogar Grillvereine und ein eigenes Dixie-Klo und allen ernstes eine Bratwurstbude am Wegesrand. Nee, is klar. Sollte man unseren Grill konfiszieren, könnte man hier vielleicht fragen ob wir unser Grillgut dort der richtigen Hitze zuführen können.
Irgendwann haben wir die XING-Quizzer gefunden, der ein oder andere hatte zwar das grüßen verlernt oder war zu sehr in die wirklich tolle Atmosphäre versunken, andere sahen ihren Profilfotos nun mal gar nicht ähnlich und mussten quasi erst identifiziert werden. Haben wir aber auch geschafft. Dann landeten Torfstecher und Grillfackeln auf Roberts Grill und mussten sich ordentlich beeilen Farbe anzunehmen. Aber lecker war´s, es gab wieder einmal eine doppelte Portion Bautzner Senf und die Zeit verging wie im Flug bis zum Feuerwerk.



Und was soll ich sagen? Befürchtet hatte ich eine völlig überfüllte Wiese mit lauter albern schreienden „AH!“- und „OH!“-rufenden Menschen und was hatte ich- eine gut gefüllte Wiese mit beinahe andächtig staunenden Zuschauern. TOLL!!! Ab und an entfuhr jedem von uns ein Ton der Begeisterung, bei urkölscher Musik sang die ganze Wiese schon mal „Superjeile Zick“ (freundlicherweise hatten unsere Nachbarn irgendwann doch ihre Grusel-Schlager-Fastelovends-Musik gegen die Originalmusik des Feuerwerks getauscht und uns mitbeschallt)- aber das tat meiner Vorliebe für derartiges romantisches Spektakel wirklich keinerlei Abbruch, im Gegenteil – das Gänsehautgefühl wurde irgendwie noch verstärkt. Und so saßen wir vier Mädels auf unserer Decke, und schauten seufzend zu- und die ein oder andere hätte sich vielleicht noch jemanden mit auf die Decke gewünscht. Aber am 12. Juli 2008 wird es eine Wiederholung geben und wir werden NIE wieder irgendwoanders Kölner Lichter schauen. Besser geht einfach nicht!


Richtig lustig sollte dann aber erst die Rückfahrt werden! Nachdem wir festgestellt haben, dass Nicole gar nicht so weit von uns weg parkte, lehnten wir ihr liebes Angebot uns zum Auto zu bringen dann doch ab. Wie lange wir für die geschätzten 300m gebraucht hätten, lässt sich heute ohnehin nur noch erahnen. Als wir beim Auto ankamen, sahen wir, dass der Stadt Köln wirklich nichts peinlich ist- obwohl wir niemanden behindert haben, hatten wir ein Knöllchen an der Scheibe, genau wie alle anderen auch. Wahrscheinlich veranstaltet die Stadt derartige Events überhaupt nur um Falschparker anzuziehen! Weiß eigentlich jemand ob es Prämien fürs Knöllchenausstellen gibt? Diese Vermutung hatte ich ja schon häufiger...wie bei der GEZ, aber das ist ein anderes Thema. Nachdem wir den ganzen Abend tapfer alle Dixies getrost meiden konnten, zog es uns nun doch langsam nach hause, also bitte nicht mehr zu viel lachen. Die Dings könne sich dann aber doch besser nach hinten setzen weil Dana doch früher raus muß. (Sorry, Simone! Ich weiß, dass Du es bist!) Das Lachen, das allein daraufhin schon einsetzte, schien uns doch kurzfristig noch einmal zu vergehen, fanden wir uns doch trotz regelwidriger Benutzung einer Einbahnstraße ("Was solls, ne Knolle haben wir jetzt eh schon!") in einem Stau wieder, der sich einfach eine ganze Weile durch völlige Bewegungslosigkeit auszeichnete. Dabei immer ein Blick auf die Tankuhr und die stetig abnehmende Akkuleistung von TomTom. Mit Philip Boa und meinem Mitgesinge konnte ich die Laune meiner Mitfahrerinnen leider nicht steigern (zu jung? mein Gesang?), also griff ich irgendwann zur Waffe aller Waffen, der Schlager-BILD-CD. Simone outete sich sofort als Fan ("Die hab ich auch!!") und wir sangen zu Wolle Petri, Katja Ebstein-Fälschungen und Dschinghis Khan (und ich singe immer noch "Wodka macht die Huren kalt" statt "Wodka trinkt man pur und kalt") aus lieblichen Kehlen, voller Inbrunst und vor allem bei weit geöffneten Fenstern. Trainingslager für unseren Karaokeauftritt Ende des Monats. Unsere Königin des Background hat dabei leise Beweise unseres Tuns gesammelt, Hintern und sonstige Absonderlichkeiten am Wegesrand für die Nachwelt festgehalten, die Dame der Tanzeinlagen "D!" Hieksch war aufgrund der räumlichen Begrenzung meines Corsas doch aufs Singen reduziert. Mit welchem Song wir nun in der Karaokebar die offizielle Nachfolge der Jakob-Sisters antreten werden ist allerdings weiterhin ungeklärt. Allerdings hab ich Simone offensichtlich geschockt, als ich mich zwischen den Sternen des Schlagerhimmels als Verbal-Verkehrs-Rowdie outete. Aber ich schimpfe nun mal wie ein sardischer Eisenbieger hinter dem Steuer. Und ich stehe dazu! Die Sonnenbrille trug ich lediglich zur Tarnung während der doch ein bisschen peinlichen Gesangseinlagen- hätte ja schließlich sein können, dass sich der ein oder andere Deutzer in seiner Nachtruhe gestört oder aber in seinem akustisch-ästhetischen Empfinden belästigt fühlte. Als wir endlich Fahrt aufnehmen konnten, war Simone das Plug-In für TomTom und meldete Grün- und Rotphasen, Dana ermahnte mich zur Schnelligkeit: "Du kannst schneller fahren!" "Hier ist 60, Dana!" "Du fährst aber 50!" Okay, aber ich seh ja auch im Dunklen nix. Gummi gegeben und von einem knallroten Gummiboot gesungen. Ach ja, auch wenn das mit wenig lachen so gar nicht geklappt hat, wir haben es alle bis nach hause geschafft. ;-)

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

WUNDERschön war´s. Wie sang doch uns Katja 1970 "WUNDER gibt es immmmmmmer wie-daaaa". Liebe Grüsse, die Dings.

Zornröschen hat gesagt…

*lach*
Wenn wir dann Gesangskarriere machen fahr ich freiwillig den Tourbus, spicht: das Mecker-Monster :-)