Montag, 18. Juni 2007

Kommen ausgediente Kartonagen wenigstens zum Recycling?

Es gibt Tage, da bin ich sehr froh, dass ich nicht mehr im wunderschönen Ostfriesland sondern in einer anonymen Großstadt lebe. Dass ich zwar auch hier Ostfriesen kenne, aber keiner per se hinterhältig und gemein ist.
In Ostfriesland bekommt eine 25jährige Frau, die noch unverheiratet ist einen sogenannten "Schachtelkranz". Liebevoll geklöppelt aus zahllosen leeren Zigarettenschachteln und ähnlichen Kartonagen. Und wenn man viele "gute" Freunde hat oder diese starke Raucher sind, kann so ein Schachtelkranz schon mal aus Wäscheleinen voller Schachteln bestehen, die nicht zu übersehen Garten, Dachfirst und Eingangstür schmücken. So weit, so schlimm. Öffentlich erkennbar, dass man im Kreis der alten Schachteln aufgenommen wurde. Halloooo? Gehts noch? Mit 25!!!
Mit 30 ist es dann noch schlimmer, noch öffentlicher, wenn auch nicht ganz so lange Zeit für alle erkennbar. Frauen müssen die Klinken des Rathauses putzen, Männer die Treppe desselben fegen. Die Jungs müssen dabei von einer Jungfrau freigeküsst werden, was sich schon schwierig genug gestaltet. Wie die Damen befreit werden? Keine Ahnung.
So, offensichtlich ist es ja schon eine Schande 30 zu werden ohne verheiratet zu sein, was ist denn mit 35? Da lässt man sich nicht mal mehr was fieses einfallen. Nur noch Mitleid? Hoffnungsloser Fall? Scheint so. Seufz. Und trotzdem. Ich danke allen Freunden hier in und um Köln und in der ganzen Republik, die meine Geburtstagsparanoia tolerieren und lediglich mit so netten SMSen gratulieren wie "Ich sage nichts. Kuss Nicole" oder "Denke an Dich, weiß auch nicht warum. Gute Nacht, Ulrike" Dafür lieb ich Euch alle. Und die, die es sich nicht nehmen ließen mir einfach alles Gute zu wünschen- ich hab mich auch darüber sehr gefreut. Ehrlich!Genauso wie darüber, dass meine Eltern mal eben schlappe 600km an einem Tag gefahren sind um bei mir zu sein, obwohl sie wissen, dass ich nicht feiere.

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