Vögel. Vorab! Ich habe nichts gegen diese Tiere! Nein! Wie auch, mit DEM Namen und einer gerne despektierlich als „fliegende Ratte“ bezeichneten Taube als Wappentier. Normalerweise beschränken die Vogelviecher sich hier in Köln eher darauf, dass man morgens vor seinem Auto steht und sie einem die komplette Frontscheibe verdunkelt haben. Das ist nicht schön - zumal das dann trotz aller Zeitknappheit, die ich irgendwie morgens nie umgehen kann, erst mal einen Besuch an der nächsten Tanke mit ordentlichem Reinigungswerkzeug nötig macht - aber es ist eben NORMAL.
Aber in den letzten zwei Tagen hatte ich doch recht seltsame Begegnungen mit unseren gefiederten Freunden. Vorgestern, auf dem Weg nach hause. In Höhe des Media- Parks auf der Erftstraße kommt von links ein großer Schatten auf mich zu, ich nehme ihn erst nur im Augenwinkel wahr, und entpuppt sich- jawohl, als suizidgefährdeter Graureiher. Diese Riesenvögel sind mir ja aus Ostfriesland wohlbekannt, hatten wir doch immer wieder dank ihnen mit einer Dezimierung unseres Fischbestandes im Gartenteich zu kämpfen, aber inmitten einer Großstadt rechne ich doch eher selten mit solch einem direkten Zusammentreffen.
Von einer Suizidgefährdung musste ich ausgehen, weil dieser gefiederte Kollege sich in aller Seelenruhe auf meiner Fahrspur niederließ und mich keck anguckte. Ich bin ja eine umsichtige Fahrerin (Jaja, nicht, wenn ich grade harmlose, aber kriminelle Mütter mit ihren Blagen vom Rad hole. Jaja, manche nennen meinen vorausschauenden Fahrstil auch lahmarschig. Ich weiß das alles!*nerv*) und weil oder obwohl ich eben fahre wie ich fahre- ja, ich bremse auch für Tiere! Auch ohne Aufkleber! Er, der langbeinige Riesenvogel, zeigte sich aber angesichts meiner PS völlig unbeeindruckt. Als er aber auch meinem herannahenden Kfz weiterhin die Stirn bot, hab ich mal forsch auf die Hupe gedrückt. Es folgte noch ein fast wütender und doch im Grunde überheblicher Blick in meine Richtung und er überquerte, in aller Seelenruhe, weiter die Straße.
Ein Tag später. Tankstelle in Gremberghoven. Ich begann gerade den Schock zu verdauen, dass der Sprit seit meinem Vorbeifahren am Morgen (nein, ich war wie so oft zu spät und konnte deshalb NICHT morgens tanken!) um sage und schreibe 5 Cent gestiegen war. Der Tank war leer, es gab keine Alternative. 1,42€/Liter! Puh! Kaum rolle ich an die Tanksäule werde ich noch von einem einfach losfahrenden Ford Escort (oder so) in Variationen von Rost geschnitten. Da war bei mir eine Vollbremsung fällig, die Hupe, mein liebstes Instrument beim Fahren (s.o.) hab ich vor lauter Schreck nicht gefunden. Bevor ich dann in der Manier eines sardischen Eisenbiegers anfange zu schimpfen schaue ich mir gerne den Fahrer oder die Fahrerin an- und bestätige grundsätzlich alle Vorurteile, die ich gegen irgendwen hege. Und da überfällt mich ein Gefühl wie im „Fluch der Karibik“! Leider sitzen weder Johnny Depp noch Orlando Bloom am Steuer der rostigen Laube, sondern ein Mann mit zotteligem Haar und einem Bauch wie ein Rumfass- und auf der Schulter hockt ein grüner Papagei und knabbert Papa am Ohr. Obwohl ich auch stinksauer war, es war wirklich knapp und Kollege Jack Daniels hat nicht mal die Hand zur Entschuldigung gehoben, ich konnte nicht anders- ich musste laut loslachen. Köln ist wirklich ein Biotop für schräge Vögel!
Ich habe Angst als Leiche verwechselt zu werden.
vor 2 Jahren
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